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Von (dpa)  |  04.04.2007  | Netzcode: 10994792  |  81 Mal gelesen.
Nürnberg/Fürth

Appell an die Großaktionärin

Quelle-Mitarbeiter hoffen auf Madeleine Schickedanz - Proteste gehen weiter

Nürnberg/Fürth. (dpa) Beschäftigte der Quelle-Servicegesellschaften wollen am Donnerstag ihren Protest gegen geplante finanzielle Einschnitte durch den KarstadtQuelle-Konzern fortsetzen. Vor der Quelle-Verwaltung in Fürth würden sie unter dem Motto "Von 1100 Eiern kann der Mensch nicht leben." 1100 Ostereier präsentieren als Symbol für die geplante Bezahlung, teilte die Gewerkschaft ver.di am Dienstag in Nürnberg mit.

Nach Plänen des Konzerns sollen rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zwei Nürnberger Call Centern künftig bei verlängerter Wochenarbeitszeit und weniger Urlaub statt bisher durchschnittlich 2000 Euro nur noch zwischen 1100 und 1450 Euro brutto verdienen. Gewerkschaftssekretär Johann Rösch sprach von einem sozialen Skandal und kündigte eine lange und harte Auseinandersetzung an. Auf einer Kundgebung am Donnerstag in Fürth werden auch der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) sowie der Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, Roland Fleck (CSU), als Redner erwartet.

Unterdessen hoffen die Kommunalpolitiker in dem Konflikt auf Unterstützung von KarstadtQuelle-Großaktionärin Madeleine Schickedanz. "Wir appellieren an Sie, Ihre Verantwortung für die Region wahrzunehmen", sagte der Fürther Wirtschaftsreferent Horst Müller (CSU). Die Tochter der Quelle-Gründer Gustav und Grete Schickedanz hat bis heute einen Wohnsitz in Fürth.

Marc Sommer, Versandhandelschef von KarstadtQuelle, habe sich an die Stadtspitzen in Nürnberg und Fürth gewandt mit dem Ziel, Gespräche mit den Kommunen aufzunehmen, sagte Müller. "Lohnkürzungen bis zu 50 Prozent sind nicht zu rechtfertigen", sagte der Fürther Wirtschaftsreferent. Auch bei geringeren Einschnitten in der Größenordnung von 10 bis 15 Prozent müsste eine "vernünftige Lösung" möglich sein, fügte Müller hinzu.

Der KarstadtQuelle-Konzern will sämtlichen Beschäftigten zum Jahresende kündigen. Sie können sich dann zu den verschlechterten Bedingungen wieder auf ihre Arbeitsplätze bewerben. Zugleich hat das Unternehmen angekündigt, ein neues Kundenzentrum im Raum Nürnberg/Fürth bauen zu wollen. Eine entsprechende Standort-Anfrage liegt nach Müllers Worten vor. "Wir werden selbstverständlich einen Standort anbieten", versicherte er.

Dabei gebe es zwischen Nürnberg und Fürth keine Konkurrenz. Es gehe darum, die Arbeitsplätze in der Region zu halten. Von den Kündigungen sind vor allem Frauen betroffen, die teils aus dem westlichen und nördlichen Franken sowie aus der Oberpfalz nach Nürnberg pendeln.


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