Weiden
Regulierungen aus 30er Jahren als Bremse
FH-Wirtschaftsforum: Prof. Michael Hüther fordert ordnungspolitische Neubesinnung - "Nur Arbeit schafft Wachstum"
. Nicht niedrigere Unternehmenssteuern oder ein flexiblerer Kündigungsschutz sind die eigentlichen Wachstumsmotoren in Deutschland, sondern eine neue Bildungs- und Familienpolitik. "Da können Sie alles andere vergessen." Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, sprach beim Wirtschaftsforum der Fachhochschule Amberg-Weiden von einem "fundamentalen Thema für eine nachhaltige Wachstumsfürsorge"."Wir dürfen den demographischen Prozess nicht einfach hinnehmen, sondern müssen ihn stärker als bisher in den Mittelpunkt des ökonomischen Wandels stellen." Der bekannte Wirtschaftswissenschaftler appellierte, mit einer geänderten Bildungs- und Familienpolitik dem absehbaren Rückgang von Wachstum zu begegnen. Auch viele Unternehmer seien sich nicht bewusst, dass ihre Beschäftigten in Zukunft "faktisch zehn Jahre länger" arbeiten müssen.
Professor Hüther legte dar, dass Deutschland nur über die "Stunden-Produktivität" (zweiter Rang nach Finnland) Wachstum erzielen kann, nicht jedoch über das "Human-Kapital" - "wenn sich nichts ändert". Und er stellte klar: "Nur Arbeit schafft Wachstum." Allein die Flexibilisierung der Arbeitszeiten habe bei knapp 50 Prozent der deutschen Unternehmen zu einer besseren Auslastung der Maschinen geführt. Hüther forderte eine "ordnungspolitische Neubesinnung".
Robuste Weltwirtschaft
Als Wachstums-Bremse nannte der Referent neben "sozialen Widerständen gegen die vielfältigen Zumutungen der Wettbewerbswirtschaft" und "Alt-Ideologien" besonders die im Dritten Reich unter Hjalmar Schacht von 1934 bis 1937 geschaffene Regulierungsordnung. Zu ihr zählen u. a. das Monopol der Kassenärztlichen Vereinigungen, Ladenschluss-Gesetz, Versicherungs- und Kreditwesengesetz oder das Kaminkehrer-Monopol. "Wir müssen dort weiter machen, wo Ludwig Erhard in den 60er Jahren aufgehört hat", sagte Prof. Hüther.
Für 2007 erwartet der Wirtschaftswissenschaftler im ersten Quartal eine Wachstumsdelle, bedingt durch die Mehrwertsteuer-Erhöhung. Historisch einmalig, weist die Weltwirtschaft das vierte Jahr in Folge ein fünfprozentiges Wachstum auf. "Das Umfeld weltwirtschaftlicher Dynamik könnte nicht besser sein." Die höhere Effizienz der Märkte und Arbeitsteilung (Globalisierung) machten die Weltwirtschaft robuster. Bei der Unternehmens-Steuerreform erwartet Prof. Hüther eine faktische Entlastung um acht Milliarden Euro. Auch wenn die Gegenmaßnahmen zur Finanzierung "nicht fröhlich" stimmten: "Mit weniger als 30 Prozent Besteuerung kann Deutschland im internationalen Vergleich einigermaßen leben."












































































