Regensburg
Kalter Strom, kühle Rechner
Regensburger Forschern gelingt Durchbruch bei Computertechnik
Regensburg. (wbr/upl) Spintronik - das ist das magische Wort, das den Nanoelektronikern auf der ganzen Welt ein Funkeln in die Augen zaubert. Seit mehr als zehn Jahren forschen Wissenschaftler rund um den Globus an einer Alternative zum elektrischen Strom, deren wichtigstes Merkmal ist, dass sie keine Wärme verursacht.
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| Die Herstellung von Computern (hier bei Fujitsu Siemens) könnte durch die Erkenntnisse der Regensburger Forscher revolutioniert werden. (Archivbild: dpa) |
Strömende Elektronen transportieren nicht nur elektrische Ladung von einem Ort zum anderen, sondern auch ihre magnetische Eigenschaft, ihren Spin. Der Spin ist ein Drehimpuls, der jedem Elektron anhaftet und beispielsweise für den Magnetismus verschiedener Materialien, wie etwa Eisen, verantwortlich ist. Ein elektrischer Strom ist unweigerlich mit der Produktion von Wärme verbunden, ein reiner Spinstrom erzeugt im idealen Fall keine Wärme.
Die in Regensburg entdeckte "Zero-Bias Spin Separation" könnte die Entwicklung von Computern revolutionieren. Denn die Leistungsfähigkeit von Rechnern ist in erster Linie wegen der enormen Wärme, die elektrischer Strom im Inneren der Prozessoren freisetzt, begrenzt. Spinstrom könnte Computern zu einem erheblich schnelleren Rechentempo bei geringerer Leistungsaufnahme verhelfen.
Ultraschneller Laser
In den Regensburger Experimenten zur Gewinnung von Spinstrom hat Professor Ganichev die Elektronen mit einem ultraschnellen Laser beschossen. Das Labor an der Regensburger Universität verfügt über einen der wenigen Terahertz-Laser (Terahertz: eine Billion Impulse pro Sekunde) der Welt. Ganichev arbeitet seit 1994 an der Donau. Seit 2005 ist er Professor. Der Sonderforschungsbereich Spin-
tronik an der Universität besteht seit Anfang dieses Jahres und ist mit rund sieben Millionen Euro ausgestattet.




























