Wurz
Das hat Mozart nicht verdient
Indiskutabler Auftritt von "Fonte di Musica" bei Wurzer Sommerkonzerten
Dem schlechten Wetter getrotzt, kein bisschen Mozart müde, die Neugierde trotz des Überangebots behalten: Überaus viele Musikfreunde zog es zu einem reinen Programm des berühmten Komponisten nach Wurz. Doch, man will ihn noch hören. Auch im Mozart-Jahr. Denn wie schreibt der Verfasser des Wurzer Programmheftes so trefflich: "Zu Mozarts Zeiten gab es noch keine Kategorien, welche die Unterhaltungsmusik abwerteten und von der ,Ernsten Musik' abgrenzten".Wie wahr. Und nichts ist schwerer als so genannte U-Musik leicht rüberzubringen. Das gilt im besonderen Maße für Mozarts "Unterhaltungsmusiken". Das wenig anspruchsvolle Violinkonzert D-Dur, die "Salzburger Sinfonien" KV 137/138 sowie die "Kleine Nachtmusik" standen auf dem Programm. Populäre, musikalische Leichtgewichte, in denen sich Mozarts Meisterschaft, die Reduktion auf das Wesentliche, das Arbeiten mit kleinsten Mitteln, auf unnachahmliche Weise zeigt.
Besser gesagt, zeigen sollte. Überlegungen, die sich mit den ersten Takten der "Salzburger Sinfonie" F-Dur erübrigten. An diesem Abend stellte sich nicht die Frage nach U- oder E-Musik, auch nicht nach angemessener, ja nicht einmal nach guter oder schlechter Interpretation. Im Raum stand einzig die Frage, ob einen solchen Konzertabend Mozart und das zahlende Publikum verdient haben. Denn das Kammer-Ensemble "Fonte di Musica" (Quelle der Musik) unter der Leitung von Wolfgang Kohlhaußen präsentierte sich als ein schier unversiegbarer "Brunnquell" inakzeptabler Mängel und Schlampereien. Müßig, diese einzeln aufzuzählen. Angefangen von permanenten Intonationsproblemen bis hin zu schlicht und ergreifend falschen Tönen, die auch dem ungeschulten Ohr nicht verborgen blieben.
Hier wurde die Toleranzgrenze nicht gelegentlich touchiert, sondern pausenlos strapaziert. Und letztendlich auch überschritten. Dass es am Ende dennoch Zugaben fordernden Applaus gab, ist wohl hauptsächlich den Werken Mozarts zuzuschreiben, die sich an diesem Abend als (fast) "unkaputtbar" erwiesen. So gesehen, auch ein Beitrag zum Mozart-Jahr.
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