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Von (tos)  |  09.08.2006  | Netzcode: 10909705  |  368 Mal gelesen.
Wurz

"Vier Fünftel" ganze Sache

Operettenrevue "Musikalesken" begeistert auf Mini-Bühne 180 Besucher

Wurz. (tos) Was macht ein Mann nicht alles für eine schöne Frau. In der Operettenrevue "Musikalesken" des Ensembles "Vier Fünftel", das am Samstag bei den Wurzer Sommerkonzerten gastierte, besetzt ein Regisseur gar eine Musikkomödie um, nur um seiner Angebeteten nahe zu sein.

Mit charmanten und romantischen Liedern der frühen Jahre von Jacques Offenbach, Robert Stolz, Johann Strauß und Franz Grothe sowie einem kleinen Ausflug in das Reich der Oper bewiesen die Akteure die unveränderte Aktualität der als angestaubt geltenden Musikgattung. Allerdings unter erschwerten Bedingungen, da Regen eine Freiluftveranstaltung verhinderte. Mit 180 Zuhörern war der ehemalige Marstall proppenvoll.

"Das dürfte die kleinste Bühne gewesen sein, auf der wir je gespielt haben", erzählte Arrangeur und "Zehn Finger-Orchester" Bernhard Oppel. Der klassisch ausgebildete Pianist war vom Auftritt vor dem fachkundigen Wurzer Publikum begeistert, zumal seine Mitstreiter selbst bei Tanzszenen die Enge elegant meisterten.

Um den leichten und heiteren dreiaktigen Streifzug durch die Welt der Operetten unternehmen zu können, spann das Nürnberger Ensemble nach einer Konzeption von Irene Oppel eine humorvolle Rahmenhandlung, in der es hauptsächlich um das Thema des Genres schlechthin ging - die Liebe.

Regisseur Dr. Heiner Hollsteiger (Christoph Ackermann) hat in dem Stück ein Problem. Auf seinen Besetzungsaufruf für "Adel verpflichtet", meldeten statt interessierten Schauspielern nur die drei Sänger Marina Wolkenstein (Agnes Hahn-Pautz), Jeanette Franzen (Irene Oppel) und Maximilian von Trauchnitz (Hubert Gröbel). Also beschließt der Regisseur kurzerhand, aus einem aristokratischen Historiendrama eine Musikkomödie über die Liebschaften der Adligen zu machen. "Selbstlos" übernimmt er auch gleich die Heldenrolle. Doch bei all den musikalischen Liebesschwüren macht Amor auch vor den Darstellern nicht Halt.

Mit der richtigen Mischung aus bezaubernden Melodien, Evergreens, komischen Momenten und gewagten Tanzeinlagen zeigten die vier Franken Unterhaltung auf hohem Niveau.

Sopranistin Hahn-Pautz, die ebenso wie Oppel am Nürnberger Meistersinger-Konservatorium studierte, ragte dabei ebenso gesanglich heraus wie Bariton Hubert Gröbel, der in München und Nürnberg Sologesang studiert hatte. Christoph Ackermann, wie Irene Oppel vor allem für die komödiantischen Momente zuständig, glänzte zudem in einer Paraderolle als Regisseur. Wobei ihm nicht nur seine Bühnenerfahrung als Comedian, sondern wohl auch sein studierter Beruf als Diplom-Bibliothekar zugute kam. Seine komische Tanzeinlage bei "Wenn ich vergnügt bin, muss ich singen", war ein Höhepunkte der gelungenen Hommage an die Operette.


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