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Von (jrh)  |  22.03.2006  | Netzcode: 10857772  |  434 Mal gelesen.
Amberg

"Das Opfer bleibt oft allein"

30 Jahre Weißer Ring: Der Verein betreute 2005 vor allem Opfer von Sexualdelikten und häuslicher Gewalt

Amberg. (jrh) . "Auch drei Jahrzehnte nach Gründung des Weißen Ringes gilt das öffentliche Interesse heutzutage noch immer stärker dem Täter", kritisiert der Leiter der Außenstelle Amberg, Rüdiger Niethammer. "Das betroffene Opfer, das mit den Folgen der Tat leben muss, bleibt oft allein."

Seit zwei Jahren bietet Niethammer das Hilfsprogramm des Weißen Ringes auch in Amberg an: "Vorher wurden wir von Schwandorf aus mit betreut, wir wollten für die Menschen vor Ort besser erreichbar sein." 42 Mitglieder in der Stadt und 43 im Landkreis unterstützen die Zielsetzung des gemeinnützigen Vereins: "Wir sind anerkannter Ansprechpartner für die Opfer, aber auch für Politik, Behörden und Polizei."

45 Fälle in 2005



Bis Ende Februar dieses Jahres habe die Amberger Filiale 45 Fälle bearbeitet: "Dies bedeutet eine Steigerung gegenüber 2004 von 13 Fällen", so Niethammer. Die Straftaten gegenüber den Opfern reichen von Kindesmissbrauch, Kindesmisshandlung, häuslicher Gewalt, Vergewaltigung, Bedrohung, Körperverletzung, Betrug, Diebstahl, Raub bis zu Stalking. Die Sexualstraftaten mit 17 und die Körperverletzung mit 15 Fällen bildeten den Hauptanteil der Opferfälle. "Noch nach Jahren leiden Opfer unter diesem schweren Trauma und es dauert oft lange, bis sie sich zu einer Strafanzeige durchringen", beschreibt der Vorsitzende das Dilemma. Bei der Körperverletzung gehe es vielfach um häusliche Gewalt, von der in der Regel die Ehefrauen und Kinder betroffen seien.

Finanzielle Hilfe



Mit 25 Betroffenen im Landkreis und 20 in der Stadt verteilen sich die Fälle geographisch gleichmäßig über das betreute Gebiet. Insgesamt hat der hiesige Weiße Ring rund 5000 Euro an finanzieller Hilfe an Opfer ausbezahlt. Gesponsert wurden damit in erster Linie die Kosten für die Erstberatung bei einem Rechtsanwalt sowie Überbrückungszahlungen zum Lebensunterhalt. "Bei häuslicher Gewalt hat die Ehefrau teilweise keinen Zugriff auf das Bankkonto und es dauert eine gewisse Zeit, bis die Sozialhilfe oder andere öffentliche Träger Hilfe leisten können", erklärt Niethammer.

Wer die Arbeit des Weißen Ringes unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Konto 343434 bei der Deutschen Bank Mainz, Bankleitzahl 55070040, tun. Rat- und Hilfesuchende erreichen den Weißen Ring unter der Freudenberger Rufnummer (09627) 92 48 48.

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