München/Amberg
Schlag gegen Neonazi-Szene
Durchsuchungen bei Anhängern der rechtsextremen "Blood & Honour" - Razzia auch bei Amberg
München/Amberg. (hou) Die Zielfahnder von Staatsschutzkommissariaten und Landeskriminalämtern kamen bei Tagesanbruch. Zeitgleich durchsuchten sie in sechs Bundesländern 119 Häuser und Wohnungen, stießen auf Material der verbotenen rechtsradikalen Vereinigung "Blood & Honour". Auch im Kreis Amberg-Sulzbach waren Beamte erfolgreich.
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| Üble Lektüre: Der Sprecher der Nürnberger Polizei, Peter Grösch, präsentiert beschlagnahmtes Material aus der rechtsradikalen Szene. |
Handgranate beschlagnahmt
In sechs Bundesländern wurde am Dienstag durchsucht, allein in Bayern gerieten 37 Objekte ins Visier der Ermittler. Sie begannen um 6 Uhr morgens mit ihrer Aktion, hatten insgesamt 220 Beamte im Einsatz, bekamen Verstärkung durch die Bereitschaftspolizei. Bei ihrer Aktion im Freistaat stellten die Fahnder umfangreiches Material der verbotenen "Blood & Honour"-Gruppierung sicher. Darunter befanden sich CDs, Zeitschriften, 140 T-Shirts, Computeranlagen, Videofilme und Baseballkappen. In Nürnberg wurde bei einem der Verdächtigen eine funktionsfähige Handgranate beschlagnahmt, im Kreis Miltenberg und in Neustadt bei Coburg fielen den Beamten scharfe Faustfeuerwaffen in die Hände.
29-Jähriger im Visier
Auch in einem Ort südlich von Amberg wurden Kriminalbeamte fündig. Nach Angaben des Amberger Polizeisprechers Oswald Ertl galt die dort richterlich angeordnete Durchsuchungsaktion einem 29-Jährigen. Aus seiner Wohnung nahmen die Sicherheitskräfte einen PC, verschiedene DVDs und CDs sowie einen Schal mit eingewebtem Zugehörigkeitsemblem mit.
Ob es Führungsstrukturen bei "Blood & Honour" auf Bundesebene gibt, ist derzeit unklar. Jedoch gelang es den ehemaligen Mitgliedern offenbar auf regionaler Ebene, trotz des Verbots aktiv zu sein. Anhänger der Organisation soll es auch in anderen EU-Staaten geben. Die Bewegung instrumentalisiert nach Erkenntnissen der Ermittler die eigentlich unpolitische Skinhead-Szene für ihre rechtsextremistische Ideologie.
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