Von (rg) |
21.01.2006
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Weiden
Widerstand gegen den Gen-Mais-Versuch
Experiment am Stadtrand von Weiden: Grüne und Bund Naturschutz kündigen Proteste an
Weiden. (rg) In Weiden formiert sich Widerstand gegen den geplanten Freilandversuch mit gentechnisch verändertem Saatgut. Die Grünen-Stadträtin Gisela Helgath hat Aktionen, wie etwa eine Mahnwache, angekündigt, sollte auf dem Grund der landwirtschaftlichen Lehr- und Versuchsanstalt Almesbach tatsächlich Gen-Mais angesät werden.
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| Ruhe im Feld: Wenn erst mal die ersten Protestierenden in den Mais gehen, wird es mit der Ruhe allerdings vorbei sein. (Archivbild: Popp) |
Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Bundes Naturschutz (BN) im Landkreis Neustadt/WN, Dieter Wutzer. "Da wird was passieren", sagte er.
Wie berichtet, soll in diesem Frühjahr auf einer 100 Quadratmeter großen Fläche der staatlichen Lehranstalt am Stadtrand von Weiden Mais wachsen, der gegen Insekten resistent ist. Das Erbgut der noch namenlosen Sorte ist mit dem vom amerikanischen Monsanto-Konzern kreierten Gen-Typ MON 810 ausgestattet, das den "Maiszünsler" unschädlich machen soll. Nach Angaben der in Weihenstephan ansässigen Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), die den Versuch federführend leitet, ist die Maissorte in Deutschland allerdings noch nicht zugelassen.
Entscheidung im Februar
Die Entscheidung soll im Februar fallen. Von der Zulassung hängt ab, ob der Versuch tatsächlich startet. "Sicher ist das noch nicht. Wir haben jedenfalls vorgesorgt", sagte LfL-Projektleiter Dr. Joachim Eder. Seiner Meinung nach sind solche Gen-Versuche unbedenklich. Ihm sei kein einziger Fall bekannt, der Gesundheitsrisiken durch Gen-Pflanzen belegen würde. Der Leiter der Lehranstalt Almesbach, Helmut Konrad, hegt indes gemischte Gefühle. "Das Schlimmste ist, dass man nichts Genaues weiß", sagte er. Die Nebenwirkungen eines solchen Versuches seien noch nicht ausreichend erforscht. Ein Umstand, den neben Natur- und Umweltschützern auch der Bayerische Bauernverband (BBV) kritisiert. Bereits kurz nach Bekanntwerden des Vorhabens hat sich BBV-Bezirkspräsident und CSU-Landtagsabgeordneter Franz Kustner aus Hirschau (Kreis Amberg-Sulzbach) dagegen ausgesprochen. Der Bauernverband in Weiden unterstützt eine Initiative, die Stadt und das Umland zur "gentechnikfreien Zone" zu erklären.
Angst vor Aktivisten
Der Weidener CSU-Stadtrat Alois Lukas versuchte am Freitag die Wogen zu glätten. Er fürchtet eher die Anti-Gen-Mais-Aktivisten als den Gen-Mais selbst. "Sobald die bei uns anrücken und irgendein Maisfeld sehen, ist der Teufel los", sagte er.
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Weiden
Widerstand gegen Gen-Versuch angekündigt - Bauernverband: Kein Nutzen für Landwirtschaft
"Keine Panik." Alois Lukas versucht zu beruhigen. Der CSU-Stadtrat, selbst Landwirt mit Flächen in der Nähe von Almesbach, fürchtet Anti-Gen-Mais-Aktivisten mehr als den Gen-Mais selbst: "Sobald die bei uns anrücken und irgendein Maisfeld sehen, ist der Teufel los."
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Weiden
Projektleiter Dr. Eder: Angst vor Gen-Mais unbegründet
Proteste gegen den Anbau von Gen-Pflanzen? Dr. Joachim Eder ist fast schon resistent dagegen. Was nicht an seinen Genen liegt, sondern an der Gewohnheit. Seit Jahren betreut er Versuchsreihen für
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Weiden
In Almesbach soll heuer gentechnisch veränderter Mais auf Insektenresistenz getestet werden
Die Gen-Mais-Welle schwappt auf die nördliche Oberpfalz über. Nachdem vor vier Jahren in der Nähe von Donaustauf (Kreis Regensburg) gentechnisch veränderte Zuckerrüben auf Herbizidtoleranz getestet wurde, soll in diesem Frühjahr am Stadtrand von Weiden Gen-Mais zu Versuchszwecken ausgesät werden.
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Amberg-Sulzbach
Heftige Kritik von Umweltschützern - Kustner spricht mit Minister Miller
Im Landkreis Amberg-Sulzbach soll ab Ende April im großen Stile Gen-Mais angebaut werden. Beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Bonn ist die Freisetzung von gentechnisch verändertem Saatgut auf einer Gesamtfläche von 6,7 Hektar angemeldet worden.
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Weiden
BBV-Geschäftsführer Winter lehnt Forschung aber nicht generell ab - Keine Aktionen mit "populistischen" Grünen
In der Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbands steht das Telefon nicht mehr still. Hans Winter hat schon warme Ohren. Anfragen über Anfragen - wegen eines ganz heißen Eisens. Gen-Mais? Mitnichten. Sondern: "Die Hygiene-Futtermittelverordnung." Ein Wust an Bürokratie. BBV-Geschäftsführer Winter erwägt schon, "auf die Fidschi-Inseln zu fliehen - ohne Rückfahrkarte". Vorher aber noch ein kurzes Interview. Zum Gen-Mais.
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Weiden
Projektleiter Dr. Eder offen für Diskussionen - Aber: Keine sachlichen Gründe gegen Testanbau in Almesbach
Ein Wiedersehen mit Weiden. Vor 15 Jahren arbeitete Dr. Joachim Eder hier für eine Austernpilz-Firma. Nun soll der Diplom-Agraringenieur für den Anbau ganz anderer Pflanzen verantwortlich sein: Gen-Mais. Versuchsweise auf 100 Quadratmetern in Almesbach. Am Montag reiste Eder schon vorab von Weihenstephan zur alten Wirkungsstätte. Seine Mission: "die Diskussion versachlichen".
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Amberg/Weiden
Bezirkspräsident Franz Kustner für "Ko-Existenz" beim Gen-Mais-Anbau - Saatguthersteller sollen haften
Der Oberpfälzer Bauernverbandspräsident Franz Kustner plädiert im Streit um den Anbau von Gen-Mais für mehr Sachlichkeit . "Stimmungsmache hilft uns jetzt nicht weiter", sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Den Anbau auf 100 Quadratmetern Grund der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Almesbach bei Weiden befürwortet er.
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