Regensburg
Gloria und der "Zwergerl-Aufstand"
Regensburger Fürstin unterstützt Kurs des Bischofs - "Diözesanrat ein Bevormundungsgremium"
Regensburg. Der Streit um die Reform der Laienräte im Bistum Regensburg erhält neue Nahrung. Jetzt hat sich die Regensburger Fürstin Gloria von Thurn und Taxis auf die Seite von Gerhard Ludwig Müller geschlagen. Sie spricht von einem "Zwergerl-Aufstand" in der Diözese, dem sich der Oberhirte nicht beugen sollte.
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| Meldete sich im Streit um die Reform der Laienräte im Bistum Regenburg zu Wort: Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. (Archivbild: dpa) |
Die nun ausgetauschten Gremien seien "nur Räte" gewesen, sagte Fürstin Gloria und betonte: "Der Bischof hat aber das Recht und die Pflicht, sich seine Berater selbst auszusuchen." Im Bistum Regensburg hätten sich die Dekanats- und Diözesanräte von einem Beratungsgremium zu einem "Bevormundungsgremium" entwickelt, das der Bischof abgesetzt habe, "weil sie ihrem Job nicht gerecht geworden sind". Und weiter erklärte sie: "Für eine Stadt, die sich rühmt, im kommenden Jahr den Heiligen Vater zu empfangen, ist dieser ,Zwergerl-Aufstand' äußerst unwürdig."
Mit der öffentlichen Rückendeckung durch die Fürstin wird die Liste der Unterstützer des Bischofs zwar länger, aber auch ein bisschen schriller: bisher erklärten neben dem Diözesanverband der Mesner und Papst-Bruder Georg Ratzinger auch der Bischof von Karaganda in Kasachstan, Jan Pawel Lenda, ausdrücklich ihre Zustimmung zum Kurs Müllers. Dagegen distanzierten sich der Regensburger Altbischof Manfred Müller, die Kardinäle Friedrich Wetter und Karl Lehmann, zehn CSU-Landtagsabgeordnete aus Ostbayern sowie zahlreiche Laienvertreter aus ganz Deutschland von der Reform.
Nach mehreren medienwirksamen Eskapaden in den 80er-Jahren tritt Fürstin Gloria in jüngster Zeit wieder öfter in der Öffentlichkeit auf. Für nachhaltiges Echo sorgten ihre Äußerungen in der Fernsehsendung "Vorsicht! Friedman" am 9. Mai 2001 in der ARD, in der sie sagte, "Afrika hat Probleme nicht wegen fehlender Verhütung. Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gern."
Briefe an den Bischof
Papst Johannes Paul II. bezeichnete sie in einer anderen Talkshow als einen "Vorreiter für die Frauenrechte", da er die Abtreibung und das weibliche Priesteramt abgelehnt habe. Nach ihrem eigenen Bekunden seien mit der Papstwahl Benedikts XVI. ihre jahrelangen Gebete erhört worden. Die Fürstin gehört dem erst vor fünf Jahren gegründeten konservativen "Forum deutscher Katholiken" an, in dem sich auch andere Adelige wie Otto von Habsburg (Pöcking am Starnberger See) und Fürst Alois zu Löwenstein (Frankfurt am Main) engagieren.
Der "Zwergerl-Aufstand" geht unterdessen weiter: Am Donnerstag hat sich der ehemalige Diözesanratsvorsitzende Franz Spichtinger aus Wernberg-Köblitz (Kreis Schwandorf) mit einem Brief an den Bischof gewandt. Er verweist unter anderem darauf, dass der Bischof den Auftrag habe, für die Menschen da zu sein. Der Pfarrgemeinderat Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) verabschiedete in seiner Sitzung am Abend einen Protestbrief. (Angemerkt)
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