Regensburg
"In der Kirche ohne Beispiel"
Zentralkomitee spricht von Rechtsverletzung
Regensburg. (KNA) Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat die vom Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller verfügte Neuordnung der Laienarbeit als "Rechtsverletzung" kritisiert. Müller setze seinen "Konfrontationskurs" fort und stelle sich offen gegen die Ergebnisse der Gemeinsamen Synode der Bistümer in Deutschland, erklärte ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer am Mittwoch in Bonn.
Laut Meyer haben sich Diözesanräte bewährt. Sie basierten auf der kirchenrechtlich anerkannten Koalitionsfreiheit katholischer Laien und dem ihnen garantierten Recht der freien Meinungsäußerung in politischen und kirchlichen Angelegenheiten.Ein in seiner Zusammensetzung vom Bischof berufener und nicht gewählter Diözesanpastoralrat, der nur beratenden Charakter habe, stelle keinen adäquaten Ersatz für einen Diözesanrat dar. Gleiches gelte für das Diözesankomitee, das sich aus vom Bischof festgelegten katholischen Verbänden und geistlichen Gemeinschaften zusammensetze. Meyer betonte, die ohne triftige Gründe und ohne Anhörung der betroffenen Gremien vorgenommene Neuordnung stelle eine nicht hinnehmbare Rechtsverletzung dar. Die in den vorgelegten Mustersatzungen enthaltenen Bestimmungen zeugten von einem Amtsverständnis des Bischofs, mit dem er sich über Konzils- und Synodenbeschlüsse, universal- und teilkirchliche Rechtsnormen sowie über verbindliche Regelungen seiner Vorgänger und Amtsbrüder hinwegsetze.
"Schritt ohne Beispiel"
Die unverzichtbare und strukturell gesicherte Zusammenarbeit von Klerikern, Ordensleuten und Laien werde faktisch zerschlagen. Dass dies 40 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und 30 Jahre nach der Gemeinsamen der Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland geschehe, sei kirchengeschichtlich und pastoral in Deutschland ohne Beispiel. Zuvor hatte der Münchner Kardinal Friedrich Wetter bedauert, dass Müller seine bayerischen Amtsbrüder vorab nicht genauer über seine geplanten Veränderungen in der Struktur der Räte informiert habe. Auf der Herbstvollversammlung der Freisinger Bischofskonferenz vergangene Woche habe Müller dazu keine näheren Angaben gemacht, heißt es in einer in München veröffentlichten Erklärung.
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