Regensburg
Bischof-Beschluss schockiert Laien
Von Ausverkauf und Zerschlagung ist die Rede - "Gegen Kirchenrecht"
Regensburg. (pk) Als bisher erste und einzige Diözese Bayerns und Deutschlands ändert das Bistum Regensburg die Zusammenarbeit zwischen Priestern und Laien grundlegend.
Den Diözesanrat wird es im Bistum Regensburg nicht mehr geben (wir berichteten). Den Dekanatsrat auch nicht, und im Pfarrgemeinderat hat der Pfarrer künftig den Vorsitz. Das alles wird am 27. November, dem 1. Adventssonntag, wirksam. Statt des Diözesanrats wird es einen Diözesan-Pastoralrat geben, in dem zwei Drittel Laien und ein Drittel Geistliche sitzen. Die Laien ernennt der Bischof selbst.Die Reaktionen auf solch einschneidende Änderungen blieben nicht aus. Als erste meldete sich erwartungsgemäß die Kirchenvolkbewegung "Wir sind Kirche" zu Wort. Deren Mitglied im Bundesteam, Sigrid Grabmeier aus Deggendorf, wirft in einer Pressemitteilung Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller Dialogunfähigkeit vor: "Mit seinen einsamen Beschlüssen entfernt er sich in zunehmendem Maße von den Menschen in dem Bistum, dem er zugeteilt wurde." "Wir sind Kirche" fordert alle Katholiken auf, kreativ "diesem Ausverkauf der Laienmitverantwortung in der Kirche von Regensburg zu begegnen".
Im Gegensatz zu "unrichtigen Behauptungen aus der Bistumsleitung" seien diese Gremien des Laienapostolats in Deutschland durch partikulares Kirchenrecht abgesichert, schreibt Grabmeier und verweist auf die Beschlüsse der Würzburger Synode 1975. Die Deutsche Bischofskonferenz habe dazu am 11. September 1987 festgestellt, dass durch das neue Kirchenrecht von 1983 kein Änderungsbedarf an den bisherigen Regelungen bestehe. Es sei nicht einsichtig, warum die Diözese Regensburg jetzt aus den allgemeinen deutschen Regelungen ausscheren müsse. Fritz Wallner, der schrittweise entmachtete Vorsitzende des Diözesanrats im Bistum Regensburg, erfuhr erst durch die Anrufe von Medienvertretern vom "Aus" des höchsten Laiengremiums in der Diözese. Auch gestern lag weder ihm noch anderen Räten eine offizielle Information vor. Der Diözesanrat wertete das Vorgehen der Bistumsleitung als einen "Schlag gegen die vom II. Vatikanischen Konzil gewünschte Beteiligung und Mitverantwortung der Laien". Außerdem bedeuteten die Entscheidungen ein Abwenden von dem seit dreißig Jahren gültigen Konsens der deutschen Bischöfe. "Dem gläubigen Volk Gottes wird in Regensburg nicht mehr zugetraut, dass es Frauen und Männer seines Vertrauens wählt", schreibt der Diözesanrat.
Nun sei eine Schwächung der Seelsorgearbeit zu befürchten. Auf die Priester würden noch mehr Verwaltungsaufgaben zukommen. Interessant sei auch, dass der immer wieder genannte Beschluss der Bayerischen Bischofskonferenz "das Vorgehen des Bischofs von Regensburg nicht deckt".












































































