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Von (acz)  |  07.11.2005  | Netzcode: 10789513  |  655 Mal gelesen.
Amberg

Jedes Kind ist erst einmal ein kleines Genie

Erfolgsautorin Nicole McKenzie referierte über die "richtige Erziehung" - Oberstes Gebot: Mama hat Spaß

Zum Artikel: Fritsch Juli 2010
Mittwochabends kann künftig getrost aufs Fernsehschauen verzichtet werden. Spätestens seit Freitag ist vielen Ambergerinnen klar: Die Tipps der RTL-Erzieherin Super Nanny alias Katharina Saalfrank kann man in der Pfeife rauchen. Die sechsfache Mutter, Autorin und psychologische Begleiterin Nicole MacKenzie - auf Einladung des Flika-Fördervereins (Förderverein für die Klinik für Kinder und Jugendliche am Klinikum in Amberg) - und ihre überzeugende Erziehungsmethode brachten es an den Tag: In allen Kindern stecken kleine Genies und Bestrafen gehört der Vergangenheit an.

Schon der Titel ihres Konzeptes dürfte für viele entnervte Mütter stimmungsaufhellend wirken: "Mama hat Spaß!" Und schon ist man mittendrin im MacKenzie-Erziehungsreglement, denn genau so lautet die erste Elternregel. "Mama hat Spaß", darauf beharrt die Erziehungsforscherin und das, obwohl sie sich selbst nach eigenem Gutdünken weder als Psychologin noch als eine gute Mutter bezeichnet. Nicole MacKenzie ist verheiratet, hat sechs Kinder und zog von ihrem Heimatland Schweiz vor 19 Jahren aus, um die Selbstverwirklichungstheorien in den USA zu studieren.

Mittlerweile ist sie selbst erfolgreiche Autorin und fand bei den Amberger Müttern ein mehr als dankbares Pflaster für ihre Theorien und zog alle gut zwei Stunden mit ihren brandneuen Theorien in den Bann. Dank ihrer Tipps konnten viele mittlerweile den Alltag mit den lieben Kleinen viel mehr genießen und natürlich auch die Genialität ihrer Kinder besser und bewusster annehmen. Damit man sich quasi am lebenden Beispiel vom Erfolg ihrer Methodik überzeugen konnte, hatte die Referentin ihre 16 Jahre alte Tochter Mia mitgebracht.

Diese berichtete eingangs "über den großen Respekt, den sie ihren Eltern entgegenbringt". Gleichzeitig bemängelte sie aber auch die schlechte Erziehung vieler Freunde und Kollegen. Dank Mutter Nicole aber nehme sie "nicht alles, was in ihrer Umwelt passiert, persönlich". Nicole MacKenzie erhob im Gegensatz zu ihrer Tochter keinen Anspruch auf Perfektion. Das machte ihre Thesen so glaubhaft. Menschen teilt sie in zwei "Betriebssysteme" ein. Das "geborene", prestine, und das emotional "erlernte" System.

Unumstößlich hält sie in diesem Zusammenhang an Buckminster Fullers bekanntestem Zitat fest: "Jeder Mensch wird als Genie geboren und je mehr wir ins Leben eintreten, verlieren wir unsere Genialität". Genau diese gelte es zum Vorschein zu bringen und dabei natürlich auch die emotionale Intelligenz des Kindes zu entwickeln. Wie wunderschön würden Baby im Zustand ihrer Selbstverwirklichung leben bis zum Alter von etwa zwei Jahren, wenn sie in die so genannte Phase der "Terrible Twos" (schrecklichen Zweijährigen) kommen würden.

Als primäres Erziehungsprobleme sehe sie die "Machtkämpfe". Diese wären völlig unnütz, wenn sich die Eltern nicht emotional verfangen und überreagieren würden. Auf das Kind eingehen laute das Zauberwort, es aber auch in die Verantwortung nehmen und so Stück für die Stück die Genialität zum Vorschein zu bringen. Die Entwicklung der emotionalen Intelligenz sieht sie als ein Muss für alle Mamas und Papas. Fünfmalige Ermahnungen seien völliger Blödsinn und würden Kinder zu Machtkämpfen regelrecht einladen.

MacKenzie bat auch bei der täglichen Erziehung eines nie zu vergessen: Alleine wütend zu sein ist völlig reizlos. "Man könne nur in einer Emotion drin sein, wenn ich auf die Aufmerksamkeit bei mir hätte." Kommunikation ist das wichtigste Werkzeug. Wichtig sei es, den Kindern eine Taschenlampe für das Dickicht der Emotionen in die Hand zu drücken, dann hätten übrigens nicht nur die Mamas Spaß, sondern auch die Kinder. Wer den Vortrag verpasst hat: Nicole MacKenzie kommt im Märzwieder.




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