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Von Sepp Lösch  |  05.11.2005  | Netzcode: 10789280  |  213 Mal gelesen.
Sulzbach-Rosenberg

China sucht nach starken Partnern

Unternehmensberater Hans-Joachim Schmidt, Sulzbach-Rosenberg: Chancen für Firmen der Region

Sulzbach-Rosenberg. Die Welt schaut nach China. Im Reich der Mitte boomt die Konjunktur bis zur Überhitzung, achtprozentiges Wirtschaftswachstum wird für heuer prognostiziert, der chinesische Investitionsbedarf in den Bereichen Infrastruktur, Hightec, erneuerbare Energien ist gigantisch. Die Chinesen brauchen starke Partner aus dem Westen, und als Wunschpartner ganz oben steht Deutschland.

"Go East" - wird das für deutsche Industrie- und Mittelstandsunternehmen die Zauberparole der Zukunft? Durchaus möglich, sagt der Sulzbach-Rosenberger Unternehmensberater und Chinakenner Hans-Joachim Schmidt: "Die Chancen für deutsche Unternehmer in China sind groß!" Rund 2 600 deutsche Firmen sind mittlerweile geschäftlich in China tätig, und 85 % von ihnen sind mit ihrem Fernost-Engagement voll zufrieden. Hans-Joachim Schmidt, der seine Aktivitäten als Unternehmensberater nach einigen Jahren in Japan seit längerem auf China konzentriert, kann das nur bestätigen.

Schmidt betreut aktuell ein Unternehmen aus Erfurt. Die mittelständische Firma mit etwa 85 Mitarbeitern produziert Anstrichfarben und hat in China einen Auftrag für eine Million Quadratmeter Anstrichfläche an der Universität Shanghai an Land gezogen. "Es gibt derzeit fast nichts, was man in China nicht verkaufen kann", meint Hans-Joachim Schmidt. Allerdings darf es dabei an Qualität und Liefertreue nichts zu deuteln geben.

Dringend suchen die Chinesen derzeit nach Firmen, die in ihrem Land in den Bereichen neue Technologien, erneuerbare Energien, Abwasseraufbereitung, Halbleiterindustrie, Informationstechnologie, Bauindustrie und Infrastruktur investieren. Der enorme Bedarf an westlichem know how und entsprechenden joint ventures erklärt sich auch aus der jetzt gezielt angegangenen Erschließung des unterentwickelten chinesischen Westens im Rahmen eines Fünfjahresprogramms. Ob Blockheizkraftwerke, Wasserleitungsbau, Trinkwasseraufbereitung oder auch einfache, aber zuverlässige Landmaschinentechnik - die Nachfrage aus China ist nach Darstellung des Unternehmensberaters Schmidt "gigantisch".

Freilich nehmen die Chinesen nicht jeden mit offenen Armen auf. "Erwünscht", so Hans-Joachim Schmidt, "sind Investitionen in einer Bandbreite zwischen mindestens einer Million bis hin zu hundert Millionen Euro. Das dürfen natürlich keine Firmen sein, die bei uns am Krückstock gehen. Die Partner, die sich China wünscht, müssen gesund und auf Expansionskurs sein." Ist ein Projekt mit ausländischer Kapitalbeteiligung erst einmal beschlossen, dann steigen die Chinesen in der Regel mit 50 Prozent der Investitionssumme ein, weiß der Fernost-Experte aus Erfahrung.

Schmidt, der nach seinen Angaben unter anderem auch für die Amberger Kaolinwerke in Hirschau einen lukrativen Auftrag aus China vermittelt hat, verfügt seit vielen Jahren über sehr gute persönliche Kontakte zur Botschaft der Volksrepublik China und zur dortigen Wirtschafts- und Handelsabteilung. Er sei von der Botschaft beauftragt, so der Sulzbach-Rosenberger im Gespräch mit der SRZ, "hier in Bayern Firmen zu finden, die in China Pionierarbeit leisten wollen. Es ist möglich, dort hundertprozentig eigene Tochterfirmen zu gründen und Gewinne ebenfalls zu 100 Prozent zu transferieren".

Zusammenfassend urteilt der Unternehmensberater: "Die Chancen für Firmen auch aus unserer Region in China sind gut, wenn man sich entsprechend vorbereitet, verlässliche Partner findet und selbst Geld mitbringt".

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