Burglengenfeld/Hub
Feuertragödie lähmt ganzen Ort
Mutter (39) und ihre beiden kleinen Töchter kommen bei Wohnhausbrand ums Leben
Burglengenfeld/Hub. Nachbarn, Freunde, Bekannte, das ganze Dorf. Jeder weiß, was in der vergangenen Nacht passiert ist, und viele kommen an diesem herrlichen Sonntagvormittag vorbei, um von einer 39-jährigen Mutter und ihren beiden sechs und neun Jahre alten Töchtern Abschied zu nehmen. Die Drei starben bei einem Feuer in dem von ihnen bewohnten Einfamilienhaus.
Möglichst diskret arbeiten sich an diesem Vormittag die Brandfahnder der Amberger Kriminalpolizei, die Verstärkung durch einen Experten des Münchner Landeskriminalamtes erhalten haben, durch Erd- und Dachgeschoss. Im Parterre, so erste Anhaltspunkte, soll der Brand ausgebrochen sein. Im Obergeschoss hatten Feuerwehrkräfte die Leichen der Mutter und ihrer beiden Töchter entdeckt. Von der Straße her mag das keiner der morgendlichen Zaungäste glauben. Dem erst wenige Jahre alten, sehr gepflegten Einfamilienwohnhaus ist praktisch nichts anzusehen.Vor dem Eingang stehen bereits einige Grablichter und immer wieder kommen Passanten - wohl Freunde und Nachbarn - vorbei, um für wenige Augenblicke vor den Kerzen inne zu halten, der drei Opfer zu gedenken. Die Polizei hat für ihre Spurensuche das Haus vollkommen abriegeln lassen. "Da kommt Keiner mehr rein", kommentiert ein Feuerwehrmann die Situation. Keine zwölf Stunden zuvor war gegen 23.30 Uhr Alarm ausgelöst und alles an Löschkräften aufgeboten worden, was in der Umgebung mobilisiert werden konnte.
Hub ist zwar ein Stadtteil von Burglengenfeld, allerdings ein sehr dörflicher, etliche Kilometer entfernt in Richtung Schmidmühlen gelegen. Nur wenige Häuser stehen hier. Unverkennbar Bauernhöfe, einige davon nicht mehr bewirtschaftet. Am Ortsrand sind ein paar wenige neue Einfamilienhäuser entstanden. Auch das, in dem die Frau und ihre beiden Kinder gestorben sind. Woran, weiß im Augenblick noch niemand. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb eine Obduktion angeordnet. Und als ob es die Tragik der Geschehnisse besonders hart mit den Betroffenen gemeint hätte: Der Ehemann und Vater der drei Opfer ist Polizeibeamter. Er hatte sich zwar von seiner Familie getrennt, erfuhr aber dienstlich, was geschehen war. Er hatte Nachtschicht.
Eine Nachbarin hatte das Feuer bemerkt und Alarm geschlagen. Als die ersten Löschkräfte kurz darauf eintrafen, schlugen ihnen weniger gleißende Flammen, als eine ungeheuere Hitze- und Rauchwand entgegen. Nur unter schwerem Atemschutz konnte in das Haus vorgedrungen werden, nachdem die Eingangstüre mit roher Gewalt aufgebrochen worden war. Davon zeugt der zersplitterte Türstock. Schließlich ging es um Menschenleben, mutmaßten die Einsatzkräfte vom ersten Augenblick an und mobilisierten, was greifbar wurde.
Sechs Freiwillige Feuerwehren, drei Notärzte, vier Rettungswagen und zwei Rettungshubschrauber waren nach Hub beordert worden. Doch die Helikopter mussten noch in der Luft abdrehen. Inzwischen hatten sich Löschkräfte in das Obergeschoss des Einfamilienhauses vor gekämpft, die drei leblosen Körper entdeckt und geborgen. Reanimationsversuche blieben erfolglos, die Notärzte konnten nur noch den Tod der Frau und der beiden Mädchen feststellen.
So hektisch es über Stunden hinweg in der Nacht zuging, so ruhig offenbarte sich der Morgen und Vormittag des Sonntag. Die Stille und Ruhe war zum Ausdruck der Trauer, die über dem ganzen kleinen Ort lag, geworden. Noch in der Nacht hatten sich vier Notfallseelsorger aus den Landkreisen Schwandorf und Amberg-Sulzbach nach Hub auf den Weg gemacht und eingegriffen. Am nächsten Morgen war ein Kriseninterventions-Team des BRK vor Ort.
Die nüchternen Antworten auf das ungläubige Fragen im Blick vieler Passanten, warum, wieso denn das alles hier geschehen ist, werden die Ermittlungsbehörden geben müssen. Der materielle Schaden wird da zur bloßen Randnotiz. Er soll bei rund 150 000 Euro liegen.
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