Oed
Wasser auf ihren Mühlen
Landesverband für Mühlenerhaltung und Mühlenkunde zu Gast in Oed
Oed. (fm) Die sanierte Oedmühle war der Treffpunkt für die geballte fachliche Elite Bayerns: Aus allen Ecken des Freistaats kamen die Mitglieder des Landesverbandes für Mühlenerhaltung und Mühlenkunde, um das Schmuckstück im Lehental zu besichtigen und in lockerer Runde Erfahrungen auszutauschen.
Eines der beiden jährlichen Treffen des Landesverbandes führte eine respektable Anzahl der etwa 150 Mitglieder wie in einer Sternfahrt in die Gemeinde Weigendorf. Das Zusammenkommen in einer Mitgliedsmühle dient nach den Worten des Verbandsvorsitzenden, Ingenieur Stefan Kastenmüller aus Martinsried, dem Erfahrungsaustausch. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den technischen Einrichtungen.Die Eigentümer Gabriele und Fabian Bräutigam sowie Weigendorfs Bürgermeister Georg Schmid freuten sich über das große Interesse. Bei der Führung über die fünf Stockwerke des erhaltenen Mühlentraktes wurde die Einrichtung aus dem Jahr 1929 eingehend inspiziert. Damals wurde die mit Wasserkraft betriebene Mühle auf den in einer Turbine selbst erzeugten Strom umgestellt.
Die Reste der Transmissionsanlage im Untergeschoss, die gesamten Gerätschaften und vor allem die vier Mahlwerke lieferten den den Fachleuten, unter denen als Vertreter des Deutschen Verbandes Dr. Joachim Varchinin aus Berlin, reichlich Gesprächsstoff.
Aber nicht nur Besitzer historischer Mühlen, die als bauliche und technische Denkmäler überall im Land Anziehungspunkte sind, waren vom Anwesen ihrer Gastgeber beeindruckt. Auch zehn Inhaber noch produzierender Betriebe ließen die frühere Technik auf sich wirken. In Bayern gibt es als Besonderheit nämlich noch viele kleine und mittelständische Mühlen, die den Konzentrierungsprozess der letzten Jahrzehnte überstanden haben durchaus konkurrenzfähig sind.
Zum Brot als eines der Hauptnahrungsmittel gehört das Mehl, und die Mühlen stehen in der Kette zwischen Erzeugung von Getreide und Lieferung an die Backbetriebe "mitten drin". Wenn auch die Technik natürlich nicht stehen geblieben ist, so bleibt doch das Grundprinzip erhalten. Und ungebrochen ist auch die Faszination der alten Mühlenbetriebe, bei deren Erhaltung der Verband beratend zur Seite steht.
Nach der Information über die Geschichte der Oedmühle und ihre Besichtigung ging es nach der Mittagspause zu einer anderen Mühle in Offenhausen, wo das Treffen der Mühlenbesitzer seinen Abschluss fand.
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