Schwandorf
Schwandorf wählt im überregionalen Trend
Gewinn-/Verlustrechnungen fallen etwas milder aus und prägen bei 22 300 Wahlberechtigten das Landkreisergebnis
Die Große Kreisstadt stand einmal für gewaltige Ausreißer bei Wahlergebnissen. Das ist bald 20 Jahre her und war mit dem Schlagwort WAA verbunden. Wenn nun wieder die Normalität landesweiter Trends eingekehrt ist, zieht dieser Urnengang für die CSU auch in Schwandorf von niemandem prognostizierte, herbe Verluste nach sich. Die SPD gewann leicht dazu, die Grünen ebenso. Prozentsieger dieses Urnengangs sind unter dem Strich FDP und Die Linke.Einzig für MdB Klaus Hofbauer (CSU) war das im Wahlkreis 235 die dritte Bundestagswahl. Umso schmerzlicher dürften für ihn die Verluste sein, die er auch in Schwandorf hinnehmen musste. Als Direktkandidat summierte sich bei den Erststimmen im Schwandorfer Stadtgebiet das Minus auf 6,8 Prozentpunkte von 54,4 auf nunmehr 47,6 Prozent. Bei den Zweitvoten, die in der Regel eher der Partei zugeordnet werden, musste die CSU sogar Einbußen in Höhe von zwölf Punkten von 56,3 auf 44,3 Prozent verzeichnen.
MdL Marianne Schieder (SPD) wird dagegen als eine der Siegerinnen dieser Bundestagswahl aus dem Rennen gehen. Zum ersten Mal trat sie für einen Sitz in Berlin an, nachdem 2002 das Schwandorfer Listenmandat durchaus überraschend verloren gegangen war. Schieder hat es quasi zurück erobert und auch in Schwandorf die Position der Sozialdemokraten leicht verbessern können. Bei den Erststimmen fällt das Plus mit 0,4 Punkten auf 38,9 Prozent noch bescheiden aus, bei den Zweitstimmen gewinnt die SPD einen Prozentpunkt auf 35,8 hinzu.
Etwas verhaltener
Bei den beiden großen Parteien haben damit im Vergleich zu den Landkreiszahlen noch relativ verhalten abgeschnitten, wobei die Trends der Gewinn- und Verlustrechnungen identisch sind. Das gilt ebenso für die so genannten kleinen Parteien, die nach dieser Wahl in Berlin entscheidend für Regierungsmehrheiten sein werden. Überraschend wie überall: Die FDP kommt in Schwandorf bei den Zweitstimmen auf 6,8 Prozentpunkte (plus 3,6), ein in jüngster Vergangenheit praktisch unerreichbares Ergebnis. Und das bei Einbußen bei den Erststimmen. Direktkandidat Albert Neuner musste ein Minus von 0,6 Punkten auf nurmehr 2,6 Prozent hinnehmen.
Völlig gegenläufig
Ebenso als Gewinner kann sich Die Linke (Vergleichszahlen von 2002 stammen von der PDS) sehen. Bei 4,4 Prozent Zweitstimmenanteil liegt das Plus bei vier Punkten. Für den Direktkandidaten Siegfried Stoiber fiel der Zugewinn mit 2,5 Punkten deutlich bescheidener auf nunmehr 4,0 Prozent aus. Genau entgegengesetzt die Entwicklung bei der NPD. Deren Erststimmenkandidat Erich Schwarzfischer hat im Stadtgebiet um 2,8 Prozentpunkte auf eben diesen Wert zulegt. Der Partei sind 2,3 Prozent der Schwandorfer Wähler (abgegebene Stimmen) gewogen, was einem Plus von 1,8 Punkten entspricht.
Gestern waren 22 328 Schwandorfer aufgerufen, von ihrem Stimmrecht gebrauch zu machen. Gegenüber 2002 sind das 70 mehr. Die Wahlbeteiligung lag gestern bei 73 Prozent, vor drei Jahren waren es noch 78,1. Der Gesamttrend in der Großen Kreisstadt spiegelt sich in den einzelnen Stimmbezirken nahezu identisch wider. In der Kernstadt mit ihren 16 Wahllokalen waren die Verschiebungen etwas deutlicher ausgeprägt, als in den eher ländlichen Ortsteilen an der Peripherie.
Etliche im Internet auf der Homepage der Stadt (www.wahl-schwandorf.de) veröffentlichte Ergebnisse sind mit der Bundestagswahl 2002 nur sehr bedingt vergleichbar, da die Stimmbezirke neu geordnet wurden. Gab es vor drei Jahren noch insgesamt 50 davon, waren es gestern nur noch 38. Das bedeutet wiederum, dass den einzelnen Wahllokalen vielfach mehr Stimmberechtigte als noch 2002 zugeordnet waren, was sich natürlich auf die Prozentergebnisse durchgeschlagen hat und zum Teil numerisch nahezu exorbitant anmutende Gewinn-/Verlustwerte ausweist.
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