Sulzbach-Rosenberg
"Dieses Buch ist der Idealfall"
Dr. Mathias Hensch präsentiert seine Dissertation: "Burg Sulzbach in der Oberpfalz"
Sulzbach-Rosenberg. (kök) "Eine wertvolle Sommerlektüre und ein gewichtiges Weihnachtsgeschenk", so wird das dreibändige Werk von Archäologe Mathias Hensch bewertet. Der Kulturpreisträger der Stadt stellte seine Dissertation bei einer Feierstunde im Rathaussaal vor.
"Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern" heißt das dreibändige Werk, das in der historischen und archäologischen Wissenschaft eine Besonderheit darstellt."Sie haben eine Großtat für unsere Stadt vollbracht", lobte 1. Bürgermeister Gerd Geismann. Er sprach den Wunsch aus, dass der Archäologe der Stadt treu bleibe und auch gelegentlich weiterforsche. Die Herzogstädter seien von jeher stolz auf ihre Geschichte, "Sie haben entscheidend dazu beigetragen!"
"Diese Arbeit ist eine Besonderheit", betonte Landeskonservator Dr. Sebastian Sommer vom Landesamt für Denkmalschutz. Bei den Grabungen von 1993 bis 2003 sei das denkmalpflegerische Notwenige geleistet worden. Zumindest sei das Entdeckte jetzt einmal archiviert worden. Mathias Hensch habe die Grabungen größtenteils selbst geleitet und durchgeführt. Als freiberuflicher selbstständiger Archäologe habe er bereits zum Ende der Ausgrabungen seine Dissertation vorgelegt: "Das ist eine enorme Leistung". Der Kulturpreis der Stadt sowie ein Wissenschaftspreis seien Belege dafür.
Dass die Arbeit unmittelbar in Druck gegangen sei, "davon träumt man als Denkmalpfleger". Das Besondere an Henschs Werk sei auch, dass er nicht nur einen archäologischen, sondern von vornherein einen interdisziplinären Ansatz im besten Sinne des Wortes gewählt habe. Neben dem Beitrag von Landes- und Regionalgeschichte waren auch Spezialwissenschaftlicher tätig, die beispielsweise die Abfälle, Vegetation oder Wirtschaftsweise untersucht hätten. "Das Buch ist der Idealfall, dass verschiedenste Seiten zusammenkommen, das ist sehr selten". Sommer dankte auch dem Verlag Dr. Faustus, der trotz eines begrenzten Marktes den Druck gewagt hätte.
Neben der Stadt Sulzbach-Rosenberg und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege seien auch die Universität Bamberg, die Marktgemeinde Berchtesgaden sowie die Gesellschaft für Archäologie in Bayern große Unterstützer gewesen.
Hensch selbst machte nach soviel Lob nicht mehr viele Worte. "Außer der Liebe hat mich in den letzten zehn Jahren kein Thema so sehr beschäftigt wie die Arbeit in Sulzbach-Rosenberg", gestand der Archäologe. Oftmals habe er jedoch "das Ganze nicht mehr sehen können". Deshalb sei es heute fast ein irreales Gefühl, das Werk nun endlich in Buchform in Händen zu halten.
Die erste Ausgabe überreichte er Geismann als Dank für die stets hervorragende Unterstützung der Stadt. Dieser nahm es zusammen mit den für die Erforschung und Verbreitung der Historie entgegen und reichte es an Stadtarchivar Johannes Hartmann weiter. Dieses Buch werde künftig das Gastgeschenk für bedeutende Besucher sein. Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer ermunterte die Anwesenden, das Buch nicht im Regal oder Schrank verstauben zu lassen, sondern daraus etwas zu machen.
Er regte an, die Ergebnisse in einer Dauerausstellung im Stadtmuseum zu präsentieren. Schließlich seien die Untersuchungen durch Steuergelder bezahlt worden, also hätten die Bürger auch ein Recht darauf, die Ergebnisse jederzeit begutachten zu können.
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