Oberpfalznetz.de > Lokales > Stadt Weiden > Moderlieschen statt Koi-Karpfen

Von (ps)  |  08.08.2005  | Netzcode: 10753323  |  39 Mal gelesen.
Weiden

Moderlieschen statt Koi-Karpfen

Simone Schaller liebt ihren natürlichen Garten - Auftakt der NT-Sommerserie

Weiden. (ps) Es ist ein bisschen wie im Wald - und das mitten in der Stadt. Unter Kiefern, Hainbuchen und Eiche wachsen Heidel- und Preiselbeeren. Bei den Walderdbeeren stibitzt man gerne mal ein süßes Früchtchen. Im Weiher daneben ziehen Moderlieschen und Rotfedern ihre Kreise. Exoten wie Koi-Karpfen kommen Simone Schaller nicht ins Wasser. Sie legt Wert auf einen naturnahen Garten.

Kein Wunder. Landschaftsgärtnerin Simone Schaller ist Naturschutzreferentin des Landkreises Neustadt/WN. Klar, dass heimische Tiere und Pflanzen bei ihr Vorrang haben. Und die fühlen sich auf dem Grundstück in der Nähe des Volksfestplatzes wohl. Bestes Beispiel für einen natürlichen Garten oder Schattengarten, mit dem die NT-Stadtredaktion ihre diesjährige Serie über Themengärten startet.

"Wäldchen" und Weiher



"Kiefern, Hainbuchen und Eiche haben wir vor 20 Jahren stehen lassen, als die Umlegung für das Baugebiet erfolgt ist. Vor neun Jahren haben wir gebaut und das Haus einfach etwas höher reingesetzt, weil das Grundwasser hier ziemlich hoch steht." Aus Holzpalisaden gefertigte Treppenstufen führen vom tiefergelegenen Wald- und Weiherbereich auf die Terrasse, die zum Großteil im Schatten liegt. Für die Kakteen, die neben Kräutern, Zinnien und einem Rosenhochstämmchen hier ihr Sommerquartier gefunden haben, nicht ganz ideal. Angenehm allerdings für die Bewohner, die hier an heißen Sommertagen von natürlichem Blattwerk beschirmt werden.

Der Arbeitsaufwand in einem natürlichen Garten hält sich zwar in Grenzen. "Aber etwas Pflege muss schon sein", sagt Simone Schaller. "Viele Pflanzen haben sich von selbst angesiedelt, wie Vergissmeinnicht, Habichtskraut, das große Weidenröschen und der Wachtelweizen, ein Halbschmarotzer, der auf den Wurzeln von Fichten wächst. Manches davon wuchert richtig und muss dann ausgezupft werden." Das fällt der Landschaftsgärtnerin allerdings schwer. "Außer ich finde jemanden, der mir die Pflanzen abnimmt. Es tut mir leid, wenn ich sie einfach wegwerfen soll."

Im Frühjahr setzen Azaleen und Rhododendren leuchtende Farbtupfer in den zahlreichen Grünschattierungen unter den Bäumen. Beim NT-Besuch trug der Fingerhut noch weiße, rosa und violette Blüten. Neben dem satten Grün von Farnwedeln und Hostas reckt der Rittersporn seine blauen Kerzen in die Höhe.

"Naturschutz ist wichtig", betont die 50-Jährige. "Wir streuen zum Beispiel das Schnittgut zwischen die Sträucher und Bäume. Das ist gut für den Zaunkönig." Der lebt tatsächlich im Garten der Familie Schaller, ebenso wie Amseln, Kleiber und - im Winter - der Fichtenkreuzschnabel. Ab und zu lässt sich sogar ein Grünspecht blicken. "An zwei bis drei Stellen lassen wir immer Brennesseln stehen für den Kleinen Fuchs." Der Schmetterling legt auf der Unterseite der Blätter seine Eier ab. Erdbienen fühlen sich hier ebenso wohl wie Libellen. Die werden vom Gartenteich angelockt.

Nein, für Modetrends im Garten hat Simone Schaller nichts übrig. Deshalb schwimmen bei ihr auch keine japanischen Koi-Karpfen oder Goldfische im Weiher, sondern heimische Moderlieschen und zwei Rotfedern. "Die waren Beifang von einem Freund beim Abfischen. Wir hatten auch mal Bitterlinge, aber die brauchen Teichmuscheln zur Vermehrung, und das hat bei uns nicht funktioniert, als der Weiher neu angelegt war. Inzwischen würde es vielleicht klappen." Wasserhahnenfuß, Fieberklee, Tannenwedel, Pfeilkraut und eine Seerose wachsen im Wasser.

Ägyptische Minze für Tee



Ab und an findet sich auch eine Rarität im Garten. "Eine seltene Sauerklee-Art, die habe ich bei einem Spezialversand bestellt." Leckerer Tee lässt sich aus der behaarten ägyptischen Minze aufbrühen, die ziemlich wuchert. "Für Fans von gepflegten Gärten wirkt unserer wie eine Wildnis", weiß Simone Schaller. Für sie und ihren Mann ist er "ein Paradies." Das gilt übrigens auch für einige Wühlmäuse. Denen will die Landschaftsgärtnerin jetzt mit Hasendraht als Wurzelschutz den Aufenthalt im Garten vergällen. "Von Gift halte ich nichts. Notfalls muss man sich eben tolerieren."


Gestern

Weiden

500 Lehrstellen im Angebot

Mangel frühzeitig gegensteuern: Ausbildungsbörse der Arbeitsagentur bereits jetzt eröffnet

Für viele junge Leute, die sich für einen Beruf entscheiden müssen, ist das Berufs-Informations-Zentrum (BIZ) der Arbeitsagentur die erste Anlaufstelle. Bei der Suche bietet die Ausbildungsbörse wertvolle Hilfe. Neu ist, dass sie schon jetzt im Frühjahr nötig ist. mehr...

Weiden

Ein Kreisverkehr, nur eben anders

Doch der Umbau des Rondells am Kepler-Gymnasium scheitert weiter an den hohen Kosten

Das "Rondell" am Kepler-Gymnasium bleibt ein "Zwitter". Reinhold Wildenauer (FDP/Freie Wähler) wollte sich nicht ins Boxhorn jagen und von den erneut genannten Umbaukosten von 340 000 bis 400 000 Euro beeindrucken lassen. Aber: Er blieb allein. Gegen seine Stimme lehnte der Hauptverwaltungsausschuss den von ihm geforderten Ausbau des Rondells zum Kreisverkehr ab. mehr...

Weiden

Neue Mülltonnen

Bauhof tauscht bei Bürgern die 110-Liter-Behälter

Großaktion: Ab Ostern müssen in der Stadt über 5000 der alten 110-Liter-Mülltonnen ausgetauscht werden. Doch für Unmut sorgt vor allem, dass die neuen 120-Liter-Behälter mit ihren Rädern nicht mehr ins alte Tonnenhäuschen passen. "Kein Problem", meint dazu Hermann Legat, Leiter des Bauverwaltungsamtes. mehr...

Weiden

Selbst "Hundejahre" nicht für die Katz'

Humorvoller Blick auf Sozialismus: Erstmals Kino bei Bayerisch-Böhmischen Kulturtagen

Die Premiere war vielversprechend. Zum ersten Mal hatten die Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage Kino im Programm. Cheforganisatorin Karin Holl freute sich über einen vollen Saal im Capitol-Kino, wo der tschechische Film "Die wunderbaren Hundejahre" (CR, 1997) gezeigt wurde. mehr...

Weiden

Vorsorge für den Fall der Fälle

Rund um Palliativmedizin und Patientenverfügung - Info-Abend des Fördervereins für Schwerkranke

"85 Prozent der Männer beenden ihr Leben umsorgt von Frauen. Die Witwen dagegen beenden ihr Leben wenige Jahre später oft einsam." Das dürfte nach Ansicht von Dr. Susanne Kreuzer der Grund dafür sein, dass relativ viele Frauen Patientenverfügungen abschließen. Sie sind es auch, die das Thema Palliativmedizin in die Familien tragen. Ein Thema, mit dem sich eigentlich jeder Mensch frühzeitig beschäftigen sollte. mehr...
Freitag

Weiden

Die neun Gesichter der Seele

Pfarrerin Marion Küstenmacher erläutert die "Enneagramm-Typen" als Hilfe zur Selbsterkenntnis

Jeder Mensch besitzt ein bestimmtes Charaktermuster. Das Enneagramm stellt diese in einem neunspitzigen esoterischen Symbol mit Kreis dar. Es ist eine Schule der Selbsterkenntnis. Die grafische Darstellung des Strukturmodells unterscheidet neun Menschentypen, die im täglichen Leben im Dialog stehen. mehr...

Weiden

Durch das Du zum Ich

Gesprächsreihe "Übergänge": Jeder Mensch ist abhängig von anderen

Die Gesprächsreihe "Übergänge" in der Bibliothek der Klosterkirche St. Augustin entwickelt sich zur philosophischen Runde. Der Dialog hat nämlich Stil. Bei der "Suche nach dem Du" gingen die Teilnehmer tief in sich und durchstöberten ihren Erfahrungsschatz nach entsprechenden Fundstücken. Zugänglich machte das Thema Rudolf Schieder. mehr...

Weiden

Nur Aktive wählen die Spitzenkräfte

Kompliziertes Wahlrecht bei der Feuerwehr - Schieder und Grasser weiterhin vorn

Stadtbrandrat Richard Schieder und Stadtbrandinspektor Ludwig Grasser stehen für weitere sechs Jahre an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Weiden. Bei der Jahreshauptversammlung bestätigte die große Mehrheit der 75 aktiven Mitglieder die Führungsspitze in geheimer Wahl. mehr...

Weiden

"Top-Sportler" beim Turnerbund

Allein 20 Aktive bei der Sportlerehrung der Stadt mit von der Partie - 267 Mitglieder sind über 61

"Unsere Abteilungen können überwiegend auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken", unterstrich der Vorsitzende des Turnerbundes, Herbert Tischler, am Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung im Schützenhaus. Allein bei der Sportlerehrung der Stadt Weiden seien 20 Aktive des TB ausgezeichnet worden. mehr...

Weiden

Winter friert die Konjunktur ein

Bekleidungsgeschäfte besonders betroffen - 100-jähriges Bestehen der Porzellanfirma Seltmann

Wie Senkblei lastet der grimmige Winter auf vielen Branchen in der Region. Besonders die Bekleidungsgeschäfte klagen. Wer kauft bei Minusgraden schon luftige Frühjahrsmode? Bei einer spontanen Umfrage in der Sitzung des IHK-Gremiums Weiden verharrte das Konjunktur-Barometer noch weitgehend im Tief. mehr...