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Von (kne)  |  03.08.2005  | Netzcode: 10750948  |  59 Mal gelesen.
Ebermannsdorf

Harter Abschied von Hauptschule

Besonderer letzter Schultag in Ebermannsdorf - Entwicklung wegen sechsstufiger Realschule absehbar

Ebermannsdorf. (kne) Zwei Herzen pochten bei vielen am letzten Schultag in Ebermannsdorf in der Brust. Eines freudig, da die Ferien begonnen haben und die meisten sich über ihr Zeugnis doch freuen konnten. Das andere aber wehmütig, da man sich von der Teilhauptschule verabschieden musste.

Die 5. und 6. Klasse wird ab dem nächsten Schuljahr nicht mehr in Ebermannsdorf unterrichtet, was für einige "altgediente" Lehrkräfte den Abschied von Ebermannsdorf bedeutete. Dies war nicht nur für Rektor Peter Hartinger und 1. Bürgemeister Albert Gruber mit Wehmut verbunden, auch viele Schüler konnten sich nur schweren Herzens von ihren Lehrerinnen trennen und so floss manche Abschiedsträne.

Rektor Peter Hartinger freute sich besonders, dass 1. Bürgermeister Albert Gruber an der Feierstunde teilnahm, verbindet die Schule und die Gemeinde doch ein unkompliziertes Verhältnis zueinander. Zu der außergewöhnlichen Veranstaltung, zu der jedoch auch außergewöhnliche Umstände geführt hatten, begrüßte der Rektor neben dem Kollegium auch die Vertreter der Kirchen mit Dekan Alfons Laumer, Christian Schmid und Frau Seidl, und als Vertreter des Elternbeitrages Ute Gruber und Heidi Elsner.

Er freute sich besonders, dass auch einige der Schüler aus den Klassen der zu verabschiedenden Lehrerinnen sich vor dem Ferienstart noch die Zeit genommen hatten, an der Verabschiedung ihrer Lehrkräfte teilnehmen.

Hartinger betonte, dass Bürgermeister Albert Gruber und er als Rektor die jetzige Entwicklung bereits lange vorausgesehen und deshalb Jahre lang "wie die Löwen" um den Fortbestand der Teilhauptschule in Ebermannsdorf gekämpft hätten. Die Waffen seien jedoch ungleich verteilt gewesen, so dass heute die Ära der Teilhauptschule in Ebermannsdorf zu Ende gehe.

1. Bürgermeister Gruber betonte, dass es für einen Bürgermeister nicht Schlimmeres gebe, als einen Teil der Schule zu verlieren. Er pflichtete dem Rektor bei, dass nichts unversucht gelassen wurde, um die 5. und 6. Klasse noch zu retten. Bereits mit der Einführung der sechsstufigen Realschule habe man diese Entwicklung kommen sehen und seitdem mit allen Mitteln gekämpft.

Ein positiver Aspekt sei jedoch auch zu erkennen. Die zu niedrige Schülerzahl in der 5. und 6. Klasse sei mitbedingt durch die gute Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer in Ebermannsdorf, die auf die sehr hohe Übertrittsquote von 50 bis 53 Prozent stolz sein könnten, so Gruber. Er sei sich aber bei aller Wehmut auch sicher, dass die Ebermannsdorfer Schülerinnen und Schüler in der Hauptschule in Kümmersbruck eine sehr gute neue Schulheimat finden werden und dort zum Beispiel durch den Besuch des M-Zuges alle Möglichkeiten für eine gezielte Förderung offen stehen.

Nicht nur Lehrerinnen verlassen die Schule - der Rektor verabschiedete zusammen mit dem 1. Bürgermeister als ihrem Arbeitgeber zwei "jugendliche dymanische Damen", was unter den Anwesenden für Heiterkeit, aber auch zustimmendes Nicken sorgte.

Mit Barbara Vieracker und Anneliese Kiener gehen zwei Raumpflegerinnen in ihren wohlverdienten Ruhestand, die seit 1983 weit über ihre Pflicht hinaus für ein einwandfrei sauberes Schulhaus und hygienisch einwandfreie Toiletten sorgten. "Sie haben nie resigniert, auch wenn der Schmutz aufgrund besonderer Umstände einmal besonders heftig ausgefallen war. Sie pflegten das Schulhaus wie ihr eigenes Heim." Darüber hinaus habe man sich immer an ihrem freundlichen und unverzagten Wesen erfreuen können, so Hartinger.

Das von Barbara Vieracker kurzerhand vorgetragene Abschiedsgedicht sei ein Zeichen dafür, mit welcher Freude die beiden ihre Arbeit verrichtet hätten, so Bürgermeister Gruber. Es sei sehr schade, dass beide nun aufhören, aber sicher müsse man irgendwann einmal diese Entscheidung für sich treffen, auch wenn man es beiden nicht ansehe, das sie altersmäßig bereits "reif für den Ruhestand" sein sollen.

Der Bürgermeister wies insbesondere darauf hin, dass es sich bei der Schule in Ebermannsdorf um eine intakte Schule handle, was sich auch darin zeige, dass diejenigen, die gehen müssen, traurig sind. Die Schule zeichne sich durch ihre Lehrkräfte und das Hauspersonal mit dem Hausmeister und dem Reinigungspersonal, das für die hervorragende Sauberkeit sorgen, aus. Das positive Zusammenspiel all dieser Faktoren trage sicherlich mit dazu bei, das sich auch im vergangenen Schuljahr kein Schulunfall ereignet habe, so Gruber.

Rektor Hartinger nutzte die Gelegenheit, um sich bei Hausmeister Waldemar Richter auf das Herzlichste zu bedanken, ohne den die ganze Schule "aufgeschmissen" wäre, was das Kollegium aber auch die Schüler mit tosendem Applaus bestätigten.


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