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Von (stg)  |  29.07.2005  | Netzcode: 10748528
Kemnath

"Wir alle sind Familie Gottes"

Weihe der Kapelle im BRK-Seniorenheim: Bischof betont das Zusammenleben der Generationen

Kemnath. (stg) "Es ist ein freudiges Ereignis, das wir heute feiern", stellte Bischof Gerhard Ludwig Müller am Donnerstagvormittag in der neuen Kapelle des BRK-Seniorenheims fest: In einem feierlichen Gottesdienst, den er gemeinsam mit Stadtpfarrer Konrad Amschl und Pfarrer Heribert Stretz aus Waldeck feierte, weihte der Diözesanbischof das kleine Gotteshaus.

Zahlreiche Bewohner von "Haus Falkenstein", Einwohner von Kemnath und Ehrengäste waren gekommen, um an dem Festgottesdienst teilzunehmen. Zwar war die Kapelle noch um zusätzliche Sitzmöglichkeiten erweitert worden, dem Ansturm der Gläubigen hielt sie trotzdem nicht stand.

Deswegen wurde der Weihegottesdienst akustisch ins tüchtig gefüllte Innenhofforum übertragen. Eng und extrem schwül wurde es trotzdem in der Kapelle - so sehr, dass auch Bischof Gerhard Ludwig Müller mehrmals zum Schweißtuch greifen musste.

Zwei Reliquien



Der knapp zweistündige Festgottesdienst beinhaltete ein aufwändiges Prozedere. So wurde erst das Wasser gesegnet, anschließend besprengte der Bischof damit die Gläubigen, die Wände der Kapelle, den Altar und den Ambo. Den Altar, in den er zwei Reliquien eingesetzt hatte, salbte Müller außerdem und umhüllte ihn mit Weihrauch. Das Gefäß mit dem Allerheiligsten stellte er nach der Kommunion in den Tabernakel, kniete davor nieder und weihräucherte ebenfalls.

Die Lesung übernahm Heimleiter Werner Weiß, das Evangelium verkündete Pfarrer Heribert Stretz. Für eine würdige musikalische Gestaltung sorgte der Kammerchor unter der Leitung von Josef Zaglmann.

In seiner Predigt betonte Bischof Gerhard Ludwig Müller, wie fundamental wichtig das Zusammenleben der Generationen sei. "Bei Besuchen in Seniorenheimen werde ich immer wieder daran erinnert, was unsere Eltern und Großeltern für uns getan haben." Es dürfe deswegen auch nicht der Eindruck entstehen, dass Altenheime ein Ort seien, wohin Alte, Kranke und Schwache abgeschoben würden.

Leid und Freude teilen



"Stets gilt es zu bedenken, dass wir alle zusammen Familie Gottes sind", hob der Bischof hervor. Charakteristisch für diese Familie sei es, dass die Leiden und Freuden des einen auch die Leiden und Freuden des anderen seien.

Generell müsse sich die Einsicht durchsetzen, dass es kein "leidenfreies Leben" gebe. Aus diesem Grund hätten die Menschen auch keine bleibende Stätte auf Erden. Der Glaube an Gott lasse angesichts des Älterwerdens aber nicht verzweifeln, sondern diene als festes Fundament. "Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen", so Bischof Gerhard Ludwig Müller.

Die stets geöffnete Kapelle trage dazu bei, dass sich die Bewohner des Seniorenheimes jederzeit dorthin zurückziehen könnten. Müller dankte allen, die an der Herstellung beteiligt waren. Sein Dank galt auch den Mesnerinnen, Ministranten und dem Chor.

Nach dem bischöflichen Segen wurde das "Großer Gott, wir loben Dich" angestimmt. Im Speisesaal fand danach ein Festakt statt (Bericht folgt).


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