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Von Uli Piehler  |  21.07.2005  | Netzcode: 10745312  |  270 Mal gelesen.
Amberg/Weiden

Quittung für das Postengerangel

Stoiber rüffelt Oberpfälzer CSU bei der Listenaufstellung - Lanzinger auf Platz 28 - Meier hofft

Amberg/Weiden. Jetzt bekommt die Oberpfälzer CSU die Quittung für die Querelen um die Direktmandate: Die Parteileitung hat es am Dienstagabend abgelehnt, die Amberger Abgeordnete Barbara Lanzinger auf Platz 24 der Landesliste abzusichern.

CSU
Beim CSU-Bezirksparteitag in Amberg tauschten Barbara Lanzinger (links) und Edmund Stoiber noch Nettigkeiten aus. (Archivbild: Steinbacher)
Die zehn Bezirksvorsitzenden und der Parteivorstand hatten sich vier Tage vor der Landesdelegiertenkonferenz getroffen, um die Listenaufstellung abzusprechen. Spitzners Antrag, der Oberpfälzer Spitzenkandidatin Platz 24 einzuräumen, sei "auf erbitterten Widerstand aller anderen Bezirksverbände" gestoßen. "Da war überhaupt nichts zu machen", berichtet er am Mittwoch. Stattdessen ist Lanzinger nun auf Platz 28 gesetzt, der immer noch als "relativ sicher" gilt.

Ihm sei gedroht worden, dass bei einer Kandidatur Lanzingers für einen besseren Platz mindestens vier Gegenkandidaten ihren Hut in den Ring werfen. "Das hätte zur Folge, dass wir nach hinten durchgereicht werden und vielleicht gar nicht mehr zum Zug kommen", resümiert Spitzner. Marschroute der Landesleitung sei, dass alle amtierenden Abgeordneten abgesichert werden sollen. Lanzinger nehme dabei den vorletzten Platz ein, vor Artur Auernhammer aus Weißenburg (Mittelfranken), der erst im vergangenen Jahr für Albert Deß nachgerückt ist. Deß hatte sich ins Europaparlament wählen lassen.

"Selber schuld"



Die Bezirksvorsitzenden hätten klargemacht, dass sie kein Verständnis für das Gerangel um die Direktmandate in der Oberpfalz hätten. Deutliche Worte habe dazu auch Parteichef Edmund Stoiber gefunden. "Ihr Oberpfälzer seid selber schuld, wenn ihr eure sicheren Listenplätze herschenkt", soll er laut Spitzner gepoltert haben: Wäre Albert Rupprecht (Weiden) wieder auf der Liste angetreten, hätte er den sicheren Platz 25 erhalten. Albert Deß (Neumarkt) wäre wieder unter die ersten zehn der Landesliste gekommen. Barbara Lanzinger ließ offen, ob sie am Freitag nicht doch für einen besseren Listenplatz kandidiert. "Ich werde jetzt erst einmal mit Hans Spitzner sprechen", sagte sie. Auf Platz 28 sei der Wiedereinzug in den Bundestag keineswegs sicher. "Da stehen die Chancen 50 zu 50." Alles hängt vom Ergebnis der CSU ab.

Skeptiker, die unkten, die CSU müsse nach dem hervorragenden Ergebnis im Jahr 2002 diesmal deutlich Federn lassen, müssen sich aber eines Besseren belehren lassen. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Allensbach-Instituts könnte die CSU sogar deutlich zulegen. Sie käme aktuell auf 63,5 Prozent: 4,9 Prozentpunkte mehr als bei der Bundestagswahl 2002 und 2,8 Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl 2003.

So rechnet sich auch die Nummer zwei der Oberpfälzer Listenanwärter noch Chancen aus. Nachdem der stellvertretende Landesvorsitzende der CSA, Reiner Meier aus Tirschenreuth, 2002 nur Zählkandidat war, geht er diesmal selbstbewusst ins Rennen. "Ich kämpfe um Platz 30", sagte er am Mittwoch. Er habe die Unterstützung der CSA-Landesverbandes und mehrerer CSU-Kreisverbände. "Was wir jetzt brauchen ist Geschlossenheit", appelliert er an seine Oberpfälzer Parteifreunde.

"Kaum mehr Interesse"



Die Bundestags-Karrieren von Rudolf Kraus (Amberg) und Georg Girisch (Weiden), die beide in ihren Wahlkreisen nicht mehr als Direktkandidaten nominiert wurden, gehen unterdessen definitiv dem Ende entgegen. Kraus sagte, er habe angesichts der Tatsache, dass er nur noch für einen hinteren Listenplatz in Frage kommt, "kaum mehr Interesse" an einer Kandidatur.


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