Der erste Verlierer steht fest: CSU in der Nord-Oberpfalz
Kommentar von Hans Klemm
Es gilt, allzu schmerzhaftes Gerangel unter den ersten 30 Bewerbern zu umgehen, die Arbeitsgruppen von Frauenunion bis zur Jungen Union zu bedenken, die Mittelständler nicht zu vergessen, auch die Vertriebenen nicht und keinesfalls die Landwirte. Da schlagen frühere Verdienste und Positionen nicht zu Buche, wenn schon die Delegierten der Wahlkreiskonferenzen vor Ort sich neu orientiert haben.
Bei der Listenreihung der Parteispitze am Dienstag in München sind deshalb in Richtung Oberpfalz deutliche Worte gefallen. Tatsächlich haben die Amberg-Sulzbacher in trauter Übereinstimmung mit Neustädtern/Weidenern und Tirschenreuthern eine für die Region äußerst komfortable Ausgangsposition vergeigt. Während die Regensburger (mit Maria Eichhorn) und die Schwandorf-Chamer (mit Klaus Hofbauer) die Geschichte einvernehmlich klärten, verspielte der Norden leichtfertig seine personelle Vormachtstellung. Von vier Mandaten jetzt (Kraus, Girisch, Barbara Lanzinger und Albert Rupprecht) bleiben im besten Falle drei: Der Neumarkter Alois Karl ersetzt den Schnaittenbacher Kraus, Rupprecht vertritt für Girisch WEN/NEW/TIR in Berlin, Lanzinger hat auf Platz 28 der Liste eine 50:50-Chance. Die schlechtere Variante: eine glatte Halbierung der Mandate in der Nord-Oberpfalz, gar ein Totalverlust der zwei Sitze für den Raum Amberg-Sulzbach.
Bezirkschef Hans Spitzner hatte da aus zweierlei Gründen keinen guten Stand. Erstens fand sich in der CSU-Parteiführung niemand, der diese hausgemachten und grandiosen Fehler ausgleichen mochte, zweitens sitzen in dieser Runde Bezirksfürsten, die ihre Pfründe und Listenplätze mit Nachdruck verteidigen: unter anderem Günther Beckstein, Erwin Huber, Alois Glück, Michael Glos, Werner Schnappauf. Lauter CSU-Vormänner, die sich nichts mehr dreinreden lassen. Ab Platz 30 bleibt die Reihung offen. Kraus und Girisch geben sich für diesen erneuten Anlauf unter "ferner liefen" offenbar nicht mehr her.
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