Amberg/Weiden
Deutliche Abfuhr für die Oberpfälzer CSU
Stoiber lässt Spitzner abblitzen: Kein Sonderbonus für Lanzinger auf Liste
Amberg/Weiden. (upl/dpa) Die Oberpfälzer CSU muss nach dem Postengerangel im Vorfeld der geplanten Bundestagswahl um ihren Einfluss in Berlin fürchten. Bei der Aufstellung der Landesliste handelte sich Bezirksvorsitzender Hans Spitzner eine Abfuhr der Parteiführung ein.
Wie Spitzner am Mittwoch erklärte, sei sein Antrag, die Amberger Abgeordnete Barbara Lanzinger auf Platz 24 der Landesliste abzusichern, abgeschmettert worden. Die Vorsitzenden der anderen neun Bezirksverbände und Parteichef Edmund Stoiber hätten kein Verständnis dafür gehabt, "dass die Oberpfälzer ihre sicheren Listenplätze hergeschenkt haben".Zittern um Einzug
Lanzinger muss jetzt auf Platz 28 um den erneuten Einzug in den Bundestag zittern. Nach der Wahl 2002 war die Oberpfälzer CSU mit sieben Abgeordneten im Bundestag vertreten. Sollte Lanzinger straucheln, stellt der Bezirksverband nur noch vier Parlamentarier in Berlin: die Direktkandidaten Maria Eichhorn, Klaus Hofbauer, Alois Karl und Albert Rupprecht.
Die CSU will die Liste für die Bundestagswahl am Freitag verabschieden. Spitzenkandidat wird Edmund Stoiber sein. Auf den folgenden Plätzen kandidieren Michael Glos, Maria Eichhorn und Horst Seehofer. Der stellvertretende CSA-Landesvorsitzende Reiner Meier aus Tirschenreuth hat eine Kampfkandidatur um Listenplatz 30 angekündigt. Auf dieser Position hätte er nach Experten-Meinung aber nur Chancen, wenn die CSU an das Ergebnis der Landtagswahl 2003 anknüpft.
Danach sieht es derzeit aus: Nach einer Umfrage des Allensbach-Instituts kommt die CSU auf 63,5 Prozent. Bei der letzten Bundestagswahl vor drei Jahren hatte sie mit 58,6 Prozent abgeschnitten. Die SPD liegt in Bayern bei 16,4 Prozent. Sie würde damit fast zehn Prozentpunkte verlieren. Die Grünen kämen im Freistaat auf sieben, die FDP auf 5,8 Prozent. Das Linksbündnis liegt bei 3,1 Prozent.
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