Schwandorf
Brandschutz nachholen
Nahezu vernichtendes Gutachten - Abhilfe kostet 790 000 Euro
Schwandorf. (zm) Glück gehabt. Nach dem Bauausschuss bekam am Montag auch der Stadtrat das nahezu vernichtende Brandschutzgutachten über das Naabparkhaus präsentiert. Der einst sogar vom ADAC mit einer Auszeichnung bedachte Zweckbau hat noch nie die vorgeschriebenen Auflagen erfüllt. Abhilfe kostet rund 790 000 Euro.
Ohne nennenswerte Diskussion gab das Gremium diese Summe frei und wählte eine Planungsvariante, die den potenziellen Verlust von Stellflächen in Grenzen hält. Das Parkhaus ist auf rund 370 Stellplätze ausgelegt, die sich über fünf Etagen verteilen. Eine Überlegung hatte sogar die komplette Schließung einer Ebene in Erwägung gezogen.Aufgekommen sind die mehr als gravierenden Mängel im Zusammenhang mit der laufenden baulichen Sanierung von Betonschäden. Die Architektengemeinschaft Thiel/Holzinger, ein ausgewiesenes Sachverständigenbüro für vorbeugenden Brandschutz, ließ in ihrer Expertise kaum ein gutes Haar an dem Parkhaus, das vor rund 20 Jahren von der Stadtbau Amberg erstellt wurde und später in das Eigentum der Stadt übergegangen ist.
Grundlegende Vorschriften, so der Gutachter, seien nicht eingehalten worden, obwohl sie zum Teil seit 1946 Gültigkeit besäßen. Etwa, dass Treppenhäuser durch Schleusen mit zwei Brandschutztüren zu sichern sind. Im Naabparkhaus Fehlanzeige. Ebenso hinsichtlich einer nötigen Sicherheitsbeleuchtung, Rauchabzügen oder der Kennzeichnung von Rettungswegen, deren Länge zum Teil um zwölf Meter überschritten wird. Selbst eine automatische Sprinkleranlage habe es noch nie gegeben und das Brandmeldesystem weise Lücken auf. Über die Feuerwiderstandsdauer tragender Bauteile vermag der Gutachter keine Aussagen zu treffen, weil die nötigen Statikunterlagen schlichtweg nicht mehr aufzutreiben sind.
Um all diese Mängel gemäß den nötigen Mindeststandards zu beheben, rechnete das Büro vor, sei ein Kostenaufwand von wenigstens 740 000 Euro nötig. Ohne Zögern entschied sich der Stadtrat einstimmig für eine 50 000 Euro teurere Planungsvariante, die ihm auf Dauer wirtschaftlicher erscheint.
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