Oberpfalznetz.de > Lokales > Kreis Amberg-Sulzbach > "Masten so gesund wie möglich verteilen"

Von (rms)  |  07.07.2005  | Netzcode: 10738691  |  367 Mal gelesen.
Kümmersbruck

"Masten so gesund wie möglich verteilen"

Bürgerinitiative Kümmersbruck nennt dies als Ziel des laufenden Volksbegehrens - Vorstand im Amt bestätigt

Gut besucht war die Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative Kümmersbruck e. V. im Gasthaus "Blaue Traube". Die BI war vor zwölf Jahren gegründet worden aus dem Widerstand gegen Elektrosmogwirkungen von Hochspannungsleitungen heraus, die Wohngebiete durchziehen. Damals konkreter Anlass war die Bebauung im Spannungsfeld der 110-Kilovolt-Leitung von Lengenfeld über den Grasigen Weg bis zur Grundschule.

Vorsitzender Horst Haberl stellte in seinem Jahresrückblick fest, dass sich am Starkstromleitungs-System in der Region keine großen Veränderungen erkennen ließen. Es gäbe im Groß- konzern E.on auch kaum mehr örtliche Ansprechpartner. Stichprobenartige Messungen durch Spezialisten dokumentierten, dass die 110-Kilovolt-Leitung auf knapp 25 Prozent Spannungslast herunter gefahren sei. Vor rund drei Wochen hätten sich 180 Nanoteslar gegenüber rund 2000 vor zwölf Jahren ergeben. Als Ursache hierfür gelte die Abschaltung des Kraftwerkes Schwandorf.

"Damit kann bei einem Gebäudeabstand von 30 Metern bereits von einer vollkommen unbedenklichen Belastung von unter 100 nT ausgegangen werden", meinte Haberl. Ein Abbau der Leitung sei seitens der Energieversorger aus Gründen der Reservehaltung zur Industrie- und Gewerbeversorgung für Notfälle nicht geplant.

Leider seien die gesetzlichen Grenzwertbereiche nach wie vor unverändert hoch und trotz mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen schwierig auszuhebeln, meinte der Vorsitzende. Gleiches gelte für den momentan heiß diskutierten Mobilfunksektor. Hier seien die Grenzwerte "milliardenfach höher als die notwendigen Mindestleistungen für einen tauglichen Empfang".

Von den Mobilfunk-Masten gehe eine gerichtete Strahlung aus, also keine Rundherumbelastung. So sind beispielsweise nicht die Altenheimbewohner von St. Antonius durch ihren Dachmasten direkt gefährdet, sondern eher die Anwohner Richtung Vilstalstraße. Die diskutierte Errichtung eines Mobilfunkmastens am Sportzentrum an höchster Geländestelle hätte die Bestrahlung des gesamten Wohngebietes am Grasigen Weg zur Folge.

Die Gemeinde habe derzeit keinerlei Einfluss auf die Wahl des Standorts, da Mobilfunkmasten unter zehn Metern Höhe keiner Baugenehmigung bedürfen, kritisierte Haberl. Hier setze das ins Leben gerufene Volksbegehren an, dessen Eintragungsfrist laufe. Es richte sich nicht gegen den Mobilfunk an sich, sondern wolle allein die Baugenehmigungspflicht für jegliche Mobilfunkmasten verankern. Damit solle einer "wilden Mastenaufstellung" begegnet und eine Bauplanung unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Belange der Anwohner gewährleistet werden.

"Mobilfunkauswirkungen gehen jeden an. Es geht nicht um die Abschaffung des Handys, sondern die Masten so gesund wie möglich zu verteilen", appelliert Haberl, sich in die Listen einzutragen. Einzelne Untersuchungen um Mobilfunkstandorte belegten ein um drei Prozent gestiegenes Krebsrisiko sowie eine Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlbefindens. Deshalb habe sich zur Unterstützung des Volksbegehrens ein landkreisweites Bündnis aus Interessengruppen formiert. Die BI Kümmersbruck schiebt tatkräftig mit an.

Kassier Werner Benker und der Vorstand wurden bei positiver Kasselage entlastet. Die Neuwahlen bestätigten den alte Vorstand im Amt. Vorsitzende bleiben Horst Haberl, Marianne Schnabl und Thomas Verron.

Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen

Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.

Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.


Gestern, Seite 2

Hohenkemnath

Aufgewühlte Bürger

Landrat Dr. Hans Raß will Bevölkerung Gebietsreform nahe bringen

(schß) Nicht nur in Hohenkemnath schlug die anstehende Gebietsreform hohe Wellen. Das damals rund 300 Einwohner zählende Dorf bildete eine eigene Gemeinde. Landrat Dr. Hans Raß versuchte im mehr...

Sulzbach-Rosenberg

Begleitet lernen auf Online-Plattform

Lehrer an Krötensee-Mittelschule erwerben E-Learning-Zertifikat - Individuelle Schülerförderung

Lehrkräfte der Krötensee-Mittelschule erwarben in einem sechswöchigen Online-Kurs E-Learning-Kompetenzen im Bereich "Lernplattform Moodle", deren Einführung und Nutzung an allen Grund- und mehr...

Sulzbach-Rosenberg

Blau-Weiß fährt Niederlage ein

Tennis-Herren 50 in Schmidgaden chancenlos

(hoß) Die Herren 50 des TC Blau-Weiß mussten sich in der Bezirksklasse 1 bei ihrem Auswärtsspiel am Sonntag in Schmidgaden den klar überlegenen Gastgebern mit einem deutlichen 5:1 geschlagen geben. mehr...

Amberg-Sulzbach

Denkmäler, Kunst und Geschichte

Kulturschloss Theuern setzt das ganze Jahr Akzente - Besuch im Industriemuseum lohnt sich

1972 gründete der Landkreis Amberg-Sulzbach das überregionale Bergbau- und Industriemuseum in dem acht Kilometer südlich von Amberg gelegenen Ort Theuern. 1978 wurde es eröffnet. Seine mehr...

Schmidmühlen

Die gute Seele im Dorf

Schwester Antholiana feiert an ihrer Wirkungsstätte 80. Geburtstag

Zusammen mit der Pfarrei feierte Schwester Antholiana ihren 80. Geburtstag. Auch ihre sieben noch lebenden Geschwister waren nach Schmidmühlen gekommen. "Der Wunsch von Schwester Antholiana war es, nicht groß zu feiern. Jedoch kann man mit einem Gottesdienst Danke sagen für die vergangenen Jahre", betonte Pfarrer Werner Sulzer eingangs. mehr...
Donnerstag, Seite 2
Zum Artikel: Spintler Druck
Zum Artikel: "Ermittler" kombinieren einfallsreich

Amberg-Sulzbach

"Ermittler" kombinieren einfallsreich

Wanderkrimi "Mord im Naturpark Hirschwald" kommt gut an und erlebt 2013 Neuauflage

Fantasie haben sie alle gezeigt - die mehr als 100 "Ermittler" beim Wanderkrimi "Mord im Naturpark Hirschwald" genauso wie Naturpark-Geschäftsführer Andreas Gruber, der die Krimi-Handlung selbst geschrieben und in den Orten, die zum Naturpark gehören, platziert hat. Zum Schluss waren alle zufrieden, die begeisterten Teilnehmer des ungewöhnlichen Experiments ebenso wie Gruber, der viel Lob dafür hörte und "von der guten Resonanz sehr überrascht" war. mehr...

Sulzbach-Rosenberg

Fritz Beyerlein überragend

Vierter Brieftauben-Wettflug über 231 Kilometer

Die Brieftauben der Reisevereinigung Sulzbach-Rosenberg waren zum 4. Wettflug unterwegs. Der Auflass war in Idstein vorgesehen, wegen der Wetterverhältnisse wurde der Flug jedoch nach Bad Vilbel mehr...

Sulzbach-Rosenberg

Ganz offen gefragt

Jugendamtsleiter Thomas Schieder beim JoA-Projekt

(lz/bba) Sinnvolle und schnelle Hilfen für Jugendliche in schwierigen Situationen wie beispielsweise bei jungen Leuten ohne Ausbildungsplatz sehe der Landkreis Amberg-Sulzbach als eine wichtige mehr...

Sulzbach-Rosenberg

Geniale Musik ausschließlich "handgemacht"

"Herbert-Pixner-Projekt" aus Tirol begeistert ausverkauften Saal der Berufsfachschule

Die Besucher kamen bis aus Leipzig, Weinheim, Gerstetten, Landshut, Regensburg und aus dem ganzen Landkreis: Ein vollbesetzter Konzert-Saal in der Berufsfachschule für Musik überzeugte mit einer mehr...
Zum Artikel: In Kastl nicht nur Wind um Wende

Kastl

In Kastl nicht nur Wind um Wende

Markt hat Energieumstellung schon vollzogen

Alles redet über die Energiewende. Kastl hat sie schon geschafft. Der Markt ist eine regelrechte Vorzeigegemeinde für erneuerbare Energien geworden. Eine, die sich auch die Teilnehmer der Energietour der Volkshochschule Amberg-Sulzbach und des Zentrums für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) Ensdorf jetzt gern angesehen haben. mehr...