Kümmersbruck
"Masten so gesund wie möglich verteilen"
Bürgerinitiative Kümmersbruck nennt dies als Ziel des laufenden Volksbegehrens - Vorstand im Amt bestätigt
Gut besucht war die Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative Kümmersbruck e. V. im Gasthaus "Blaue Traube". Die BI war vor zwölf Jahren gegründet worden aus dem Widerstand gegen Elektrosmogwirkungen von Hochspannungsleitungen heraus, die Wohngebiete durchziehen. Damals konkreter Anlass war die Bebauung im Spannungsfeld der 110-Kilovolt-Leitung von Lengenfeld über den Grasigen Weg bis zur Grundschule.Vorsitzender Horst Haberl stellte in seinem Jahresrückblick fest, dass sich am Starkstromleitungs-System in der Region keine großen Veränderungen erkennen ließen. Es gäbe im Groß- konzern E.on auch kaum mehr örtliche Ansprechpartner. Stichprobenartige Messungen durch Spezialisten dokumentierten, dass die 110-Kilovolt-Leitung auf knapp 25 Prozent Spannungslast herunter gefahren sei. Vor rund drei Wochen hätten sich 180 Nanoteslar gegenüber rund 2000 vor zwölf Jahren ergeben. Als Ursache hierfür gelte die Abschaltung des Kraftwerkes Schwandorf.
"Damit kann bei einem Gebäudeabstand von 30 Metern bereits von einer vollkommen unbedenklichen Belastung von unter 100 nT ausgegangen werden", meinte Haberl. Ein Abbau der Leitung sei seitens der Energieversorger aus Gründen der Reservehaltung zur Industrie- und Gewerbeversorgung für Notfälle nicht geplant.
Leider seien die gesetzlichen Grenzwertbereiche nach wie vor unverändert hoch und trotz mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen schwierig auszuhebeln, meinte der Vorsitzende. Gleiches gelte für den momentan heiß diskutierten Mobilfunksektor. Hier seien die Grenzwerte "milliardenfach höher als die notwendigen Mindestleistungen für einen tauglichen Empfang".
Von den Mobilfunk-Masten gehe eine gerichtete Strahlung aus, also keine Rundherumbelastung. So sind beispielsweise nicht die Altenheimbewohner von St. Antonius durch ihren Dachmasten direkt gefährdet, sondern eher die Anwohner Richtung Vilstalstraße. Die diskutierte Errichtung eines Mobilfunkmastens am Sportzentrum an höchster Geländestelle hätte die Bestrahlung des gesamten Wohngebietes am Grasigen Weg zur Folge.
Die Gemeinde habe derzeit keinerlei Einfluss auf die Wahl des Standorts, da Mobilfunkmasten unter zehn Metern Höhe keiner Baugenehmigung bedürfen, kritisierte Haberl. Hier setze das ins Leben gerufene Volksbegehren an, dessen Eintragungsfrist laufe. Es richte sich nicht gegen den Mobilfunk an sich, sondern wolle allein die Baugenehmigungspflicht für jegliche Mobilfunkmasten verankern. Damit solle einer "wilden Mastenaufstellung" begegnet und eine Bauplanung unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Belange der Anwohner gewährleistet werden.
"Mobilfunkauswirkungen gehen jeden an. Es geht nicht um die Abschaffung des Handys, sondern die Masten so gesund wie möglich zu verteilen", appelliert Haberl, sich in die Listen einzutragen. Einzelne Untersuchungen um Mobilfunkstandorte belegten ein um drei Prozent gestiegenes Krebsrisiko sowie eine Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlbefindens. Deshalb habe sich zur Unterstützung des Volksbegehrens ein landkreisweites Bündnis aus Interessengruppen formiert. Die BI Kümmersbruck schiebt tatkräftig mit an.
Kassier Werner Benker und der Vorstand wurden bei positiver Kasselage entlastet. Die Neuwahlen bestätigten den alte Vorstand im Amt. Vorsitzende bleiben Horst Haberl, Marianne Schnabl und Thomas Verron.
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