Oberpfalznetz.de > Lokales > Kreis Schwandorf > Nicht nur Wirklichkeit kann fliegen

Von Michael Zeißner  |  18.06.2005  | Netzcode: 10730037  |  395 Mal gelesen.
Schwarzenfeld

Nicht nur Wirklichkeit kann fliegen

Der PC als Simulator macht es möglich: Im virtuellen Jet nach Innsbruck

Schwarzenfeld. Ungenauigkeiten, Fehler will und kann sich Walter Hochmuth-Bindl nicht erlauben. Das macht schon die Wegbeschreibung, wie er zu finden ist, deutlich. Für Ortsunkundige schwierig, mit seinen Angaben kein Problem. Dann, wie abgemacht, schnell einmal von Frankfurt nach Innsbruck zu jetten, scheint wohl die leichteste Übung zu sein.

In einem bescheidenen Zimmer in Schwarzenfeld. Der frühverrentete Industriekaufmann (50) pflegt die Passion des Simulatorfliegens. Böse Zungen würden von einem PC-Spiel sprechen. Aber eben böse Zungen nur. Schließlich läuft bereits ein Großteil der regulären Verkehrspiloten-Ausbildung an hochkomplexen Simulatoren ab. Derartige Geräte kann sich natürlich keine Privatperson leisten. Aber es geht auch etliche Schuhnummern kleiner.

Einfacher Einstieg



Zu mindest am Anfang noch. Beispielsweise mit einem "Flight Simulator" von Microsoft. Mit dem hat auch Walter Hochmuth-Bindl angefangen. 1995, am haushaltüblichen PC mit Bildschirm, Tastatur und Joystick. Heute nimmt der 50-Jährige in einer Kulisse Platz, die die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion ins Fließen bringt. In der Form des Cockpits von einer Boeing 737NG: "Das Modernste, was Boeing als Antwort auf den Airbus A 320 zu bieten hat." Diesen Anspruch selbst umzusetzen, lässt dem Mann offenbar keine Ruhe mehr. Zug um Zug entsteht so in einem Zimmer in Schwarzenfeld der Nachbau des Arbeitsplatzes eines, wie es offiziell heißt lizensierten Verkehrsflugzeugführers, eingewiesen auf das Muster einer Boeing 737NG. Das ist kein "Eieruhr-Flieger" mehr, wie einschlägige Kreise gerne lästern, wenn noch Mechanik mit im Spiel ist.

Die Hausstrecke



Hier ist die Welt digitalisiert, hier gibt es keine analogen Instrumente mehr, die Wirklichkeit kennt nur noch Displays, Daten, Zahlen. In genau diese Virtualität entschwindet Walter Hochmuth-Bindl, wenn er sich auf EDDF von Victor 122 zur 07 aufmacht. Soll heißen: Per Flugsimulator will der 50-Jährige mit 120 Passagieren an Bord einer Airberlin-Maschine vom Frankfurter Rhein-Main-Flughafen unter ganz bestimmten Wetterbedingungen nach Innsbruck fliegen.

Die Hausstrecke des Rentners, der lieber verlegen schweigt, bei der Frage, was dieses Szenario denn eigentlich gekostet hat. "Rund 5000 Euro allein die Hardware", meint er hauptsächlich Pilotensitz, Steuerhorn- und Pedale, all die vielen Verblendungen mit Schaltern, Leuchtziffern, Lämpchen, die Schub- oder Klappenhebel und natürlich das Instrumenten-Hauptpanel. Insgesamt sollen es gar 12 000 Euro sein.

Ein Beamer wirft derweil das an die Wand, was sich bei einem Blick aus dem Cockpit bietet. Egal wo. In Frankfurt auf dem Boden, in 10 000 oder 27 000 Fuß über dem Rheintal, im äußerst schwierigen Anflug über Alpenerhebungen nach Innsbruck hinein. Natürlich ist in Frankfurt alles noch viel einfacher. Da nimmt dem Piloten die Technik nahezu jede fliegerische Arbeit ab. Sind die richtigen Wetter- und ansonsten nötigen Daten eingegeben, geht es dahin. Hat Walter Hochmuth-Bindl noch relativ wenig zu tun, außer mit Argusaugen all die Instrumente zu überwachen und per neuer Eingaben zu korrigieren.

Nur eine Fiktion



Deutlich nervöser wird der 50-jährige Simulatorflieger, als der Beamer die ersten Alpenhöhen an die Wand wirft und Innsbruck naht. Ein Flughafen, der nicht per automatischem Anflugsystem angesteuert werden kann. "Deshalb habe ich ihn mir ausgesucht." Die Konzentration steigt sichtlich und das Steuerhorn, das bisher eher unbeachtet blieb, kommt nun zu Rang und Namen.

Einen empfindlichen Magen dürfen diese 120 Passagiere nicht gehabt haben, sonst wäre nach dieser Landung Großreinemachen angesagt gewesen. Verzeihen wird sich Walter Hochmuth-Bindl wohl nie, dass er ausgerechnet bei dieser Landung in Innsbruck gewaltig über die Runway hinaus geschossen ist. "Aber es ist ja nichts passiert", tröstet ihn Ehefrau Traudl.


Heute
Zum Artikel: 620 Fußballer kämpfen um die Pokale

Nittenau

620 Fußballer kämpfen um die Pokale

TSV und FC Bergham veranstalten erste Nittenauer Hallentage - 65 Mannschaften - Breite Unterstützung

62 Mannschaften mit 620 Sportlern: Die ersten Nittenauer Fußballtage sind die größte Veranstaltung seit der Eröffnung der Regentalhalle. Den Auftakt bildet am morgigen Freitag das Turnier für Freizeitmannschaften, die ab 19 Uhr den Stadtmeister ermitteln. mehr...
Zum Artikel: Auf den Spuren der Hussiten

Schwandorf

Auf den Spuren der Hussiten

Ausstellung im Landratsamt eröffnet - Deutsch-tschechische Koproduktion

1415 wurde der tschechische Reformator Jan Hus als Ketzer hingerichtet. Sein Tod löste in Böhmen einen Glaubenskrieg aus , unter dem auch die bayerischen Grenzgebiete zu leiden hatten. Autor Franz Grundler stellt diese Konflikte in der Ausstellung "Auf den Spuren der Hussiten" dar, die bis 26. Februar im Foyer des Landratsamtes zu sehen ist. mehr...

Pfreimd

Damit sie nicht vergessen sind

Die Schriftzüge am Kriegerdenkmal restauriert - Ehrungen bei der Soldatenkameradschaft

Neben einem Rückblick auf das Vereinsjahr 2011 standen bei der Jahreshauptversammlung der Veteranen- und Soldatenkameradschaft Pfreimd (VSK) zahlreiche Ehrungen auf dem Programm. mehr...
Zum Artikel: Einsatz für Umwelt und Artenvielfalt

Schwandorf

Einsatz für Umwelt und Artenvielfalt

Ehrungen beim Aquarien- und Terrarienverein - Nächste Börse am 4. März - Vorstand bestätigt

Der "Aquarien- und Terrarienverein Schwandorf" besteht seit 38 Jahren und zählt aktuell 224 Mitglieder. Vorsitzender Helmut Kolbeck ehrte bei der Hauptversammlung am vergangenen Freitag im mehr...

Schwarzhofen

Eisglattes Sportvergnügen

Schwarzach-Auen als "Natureis-Stadion"

Ein Paradies für Eissportler sind derzeit die Schwarzach-Auen. Ende Januar hatten andauernde Regenfälle den Fluss über die Ufer treten lassen. Die jetzige Frostperiode hat die überschwemmten Wiesen in ein regelrechtes "Natureis-Station" verwandelt. mehr...
Gestern

Teunz

Ausrüstung und Trainer für Jugend

Förderverein unterstützt Nachwuchsarbeit der SpVgg Teunz - Viele Aktivitäten in kurzer Zeit

"Der Zweck des Fördervereins ist die ideelle und finanzielle Förderung der Spielvereinigung Teunz mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit und Unterhaltung der Sportanlagen", stellte Vorsitzender Peter Hartl auf der Jahreshauptversammlung fest und meinte dazu: "Seit der Gründung vor eineinhalb Jahren sind wir schon einen guten Schritt vorangekommen!". mehr...
Zum Artikel: Das Goldstück

Nittenau

Das Goldstück

Ausstellung in der Galerie "horst" eröffnet

"Goldstücke" heißt die aktuelle Ausstellung des Künstlers "horst". Am Sonntagvormittag konnte er zur Vernissage eine Vielzahl an Kunstinteressierten willkommen heißen, darunter auch Gäste aus Tschechien. mehr...

Nabburg

Designer-Stück der Marke Eigenbau

Frauen nähen selber eine Beuteltasche - Kurs in der Landwirtschaftsschule

Eine Frau kann nicht genügend Taschen haben, denn für jeden Anlass soll es ja eine andere sein. Das dachten sich wohl auch die Damen, die in der Landwirtschaftsschule an einem Taschen-Nähkurs teilnahmen. mehr...

Fensterbach

Ein Volltreffer

Große Beteiligung am Schießen der Feuerwehr

Die Beteiligung war zur großen Freude der Organisatoren groß: 50 Personen gingen beim Schießen der Feuerwehr Högling im Schützenheim in Knölling an den Start. Sieben Pokale und zahlreiche Preise wurden vergeben. mehr...

Schwandorf

Größere Anstrengung für Tourismus

Sorgen um die Stabilität klingen an - Landkreis engagiert sich finanziell stärker beim CeBB

Der Zuschussbedarf für das Touristik-Informationszentrum in Nabburg, das der Landkreis betreibt, steigt in diesem Jahr um rund 18 800 Euro. Sowohl bei den Personalausgaben als auch beim Sachaufwand muss der Kreis mit deutlichen Steigerungen rechnen. mehr...