Grafenwöhr
Gerangel um die Tennishalle geht weiter
Stadt Grafenwöhr macht jetzt doch vom Vorkaufsrecht Gebrauch - NPD zahlt angeblich 545 000 Euro
"Grafenwöhr bringt sich wieder ins Gespräch. Die Stadt macht jetzt von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch, um die ehemalige Tennishalle doch noch zu erwerben und den Einzug der NPD zu verhindern.Ein entsprechender Beschluss wurde gefasst", teilt Bürgermeister Helmuth Wächter nach telefonischer Anfrage am Dienstagnachmittag mit. Der Preis für die Immobilie steht jedoch noch nicht fest. Ein vom Gericht vereidigter Sachverständiger soll ein Wertgutachten erstellen. Der Bauausschuss des Stadtrates hat in seiner Sitzung am Montagabend beschlossen, dass die Tennishalle nur für öffentliche, und nicht für private Zwecke genutzt werden darf.
"Ich war vergangenen Mittwoch zur Besprechung mit dem Bürgermeister, den Fraktionsleuten und einem Juristen aus München bei der Tennishalle", teilte Wolfgang Jürgens, der Besitzer der Halle telefonisch mit. Dort wurde ihm erklärt, dass die Stadt Grafenwöhr ihr Vorkaufsrecht wahr nehmen will. Jürgens bestätigte außerdem, dass die Grafenwöhrer ein Gutachten wegen der Höhe des Kaufpreises erstellen lassen wollen.
Geld auf Treuhandkonto
"Die wollen nicht voll zahlen und den Kaufpreis drücken", meinte er. Nach seiner Meinung "und laut Gesetzestext" könne der Preis jedoch nicht gedrückt werden. Der Unternehmer aus Dresden versicherte, die NPD habe bereits 545 000 Euro gezahlt. Das Geld liege auch schon auf einem Treuhandkonto. Als Käufer trat der unterfränkische NPD-Bezirksvorsitzende Uwe Meenen auf.
Jürgens betonte, er habe jetzt vier Wochen Zeit, um sich zu entscheiden. Falls der Kaufpreis der Stadt niedriger ausfallen würde, werde er versuchen, von dem Geschäft zurückzutreten und die Tennishalle an die NPD zu vermieten. Wörtlich sagte er am Telefon: "Ich lasse mich nicht noch mal verarschen."
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