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Von Michael Zeißner  |  09.04.2005  | Netzcode: 10700904  |  300 Mal gelesen.
Wackersdorf

Gesteckte Ziele geradlinig verfolgen

Herausforderer Manfred Rittler tritt für solides Wirtschaften ein und setzt es nicht mit Minimal-Verschuldung gleich

Viele, speziell jüngere Wackersdorfer kennen Kommunalpolitik ohne Manfred Rittler überhaupt nicht. 1984 zog er erstmals für die SPD in den Gemeinderat ein. Seit 21 Jahren stellt er sich mithin dieser Verantwortung, zudem an immer exponierterer Stelle. Dritter Bürgermeister war der 54-Jährige schon, inzwischen ist er Zweiter und damit einer der beiden Stellvertreter des Amtsinhabers, den er bei dem Urnengang am 17. April nicht zum ersten Mal herausfordert.

Vielleicht stellt es gerade deswegen aus der Sicht von Rittler überhaupt kein Problem dar, sich um das Bürgermeisteramt zu bewerben. Aus der bisherigen Kooperation an der Spitze der Gemeinde werde "auf keinen Fall" Konfrontation, verwahrt sich der SPD-Kandidat strikt. Unabhängig davon, wie die Wahl ausgehe. Es gelte, "mit allen politischen Kräften" im Sinne der weiteren positiven Entwicklung Wackersdorf zusammen zu arbeiten. Parteipolitische Animositäten, deutet Rittler an, hätten da im Dienst der Sache nach der Wahl wieder mehr in den Hintergrund zu treten. Offenbar tut sich gerade deshalb der 54-Jährige nicht schwer, gemeinsame Positionen mit dem Ersten Bürgermeister zu vertreten.

Konsequent bleiben



In einigen zentralen kommunalpolitischen Reibungspunkten hat er das auch schon als Stellvertreter an der Rathausspitze gemacht. "Klare Aussage. Wer vorher ja sagt, muss auch jetzt ja sagen", rückt Rittler keinen Millimeter von der Forderung nach der nicht unumstrittenen Nordumgehung ab. Nur die Begründung hat sich etwas verschoben: "Wir brauchen diese Straße nicht nur wegen dem WTF-Gelände", verweist der SPD-Kandidat auch auf deren Erschließungsfunktion für die zunehmend touristisch genutzten Tagebauseen und dringend benötigte, innerörtliche Entlastungseffekte. Ebenso eindeutig bekennt er sich zum bereits beschlossenen Schulausbau. Recht klar setzt sich Rittler als Herausforderer dieser Bürgermeisterwahl dagegen ab, wenn er zumindest momentan noch Wackersdorf eher als eine Industrie- statt Tourismusgemeinde sieht. Natürlich dürfe "als zweites Standbein" die Freizeit und Erholung nicht aus den Augen verloren und müsse sie entsprechend Schritt für Schritt weiter entwickelt werden. Der Ist-Zustand liegt für den SPD-Kandidaten jedoch noch eindeutig auf der Bedeutung als Industriestandort.

Das bedeute jedoch keineswegs, die Gemeinde nicht in ihrer Lebensqualität heben zu wollen. "Eine sehr große Rolle" spiele in diesem Zusammenhang die immer konkreter ins Auge gefasste Ortskernsanierung. Sie dürfe nicht länger schleifen gelassen werden. Voraussetzung sei jedoch eine "solide Finanzierung" und ein Entwicklungsprozess der angestrebten Maßnahmen in einem möglichst breiten Konsens mit der Bevölkerung.

Unter diesem Blickwinkel will Rittler auch nicht das seit Jahren formulierte Ziel, landesplanerisch höher eingestuft zu werden, ad acta legen. "Unterzentrum ist schon unser Wunsch." Mag das auch etwas nach weiter Ferne klingen, setzt sich Rittler ebenso einige kurzfristige Ziele. Die fast schon sensationell geringe Wackersdorfer Pro-Kopf-Verschuldung von gerade einmal zehn Euro "kann nicht das Maß aller Dinge sein", möchte der SPD-Kandidat gerne bei dem "sehr großen Nachholbedarf" bei den Ortsstraße ansetzen.

Verhältnis entspannt



"So viel und schnell wie möglich" möchte der Herausforderer hier ansetzen, "noch bevor uns eine Ausbausatzung auf das Auge gedrückt wird". Unter einer Bedingung allerdings: Nicht um jeden Verschuldungspreis.

Erleichtert hat Rittler offenbar auch beobachtet, dass sich das Verhältnis zu der Nachbarstadt Schwandorf völlig entspannt hat. Inzwischen gebe es ein gemeinsames Gewerbegebiet und keinen Streit um die Zentralkläranlage mehr. Und dann ist da noch ein Wunsch: Manfred Rittler würde gerne 2008 die Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen wieder zusammen legen.

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