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Von (jrh)  |  29.03.2005  | Netzcode: 10695758  |  392 Mal gelesen.
Amberg/Madras

Träger indischer Weg

Luppa-Projekthilfe in Madras: 15 000 Euro aus Amberg

"Wir brauchen die Spenden nicht so sehr jetzt, sondern in drei Monaten, wenn keiner mehr davon spricht" - Dr. Ulrich Siebenbürger, Vorsitzender der Projekthilfe Dr. Luppa, erwies sich bei dieser Äußerung, die er im Januar gegenüber der AZ machte, als Prophet. Heute beherrscht das Thema Flutkatastrophe in Südasien wieder die Schlagzeilen: Viele Menschen würden noch immer auf Hilfe warten, gleichzeitig wisse man nicht, wie das viele Geld sinnvoll eingesetzt werden soll.

Bei seinem Vortrag im Rahmen des Entwicklungshilfe-Podiums am Mittwochabend in den Herrnstuben löste Siebenbürger das Paradoxon auf: "Was in Indien derzeit passiert, ist kein gutes Beispiel für eine gelungene Entwicklungshilfe. Man gibt den Leuten jeden Tag etwas zu essen, aber die betteln morgen wieder, weil sie keine Hilfe zur Selbsthilfe bekommen." Auch die eigene Projekthilfe sei ein wenig in diese Falle getappt: "Wir haben den Leuten 70 Euro für Netzte gegeben, aber die haben sich erstmal das Nötigste für den Hausrat gekauft - deshalb können sie immer noch nicht fischen und für sich selbst sorgen." Froh sei man darüber, dass das - von Dr. Dietrich Luppa noch selbst initiierte - Gesundheitszentrum die Flut heil überstanden habe. Es sei zwei Kilometer vom Strand weg, die Straße habe die Wucht der Wassermassen abgefangen. "Hier können wir etwas für die Menschen tun - mit den 15 000 Euro, die wir von Ambergern gespendet bekamen."

Größtes Hindernis für eine effektive Hilfe sei die indische Regierung. Sie habe sich auf den Standpunkt gestellt, als regionale Großmacht mit den Problemen selbst fertig zu werden und ausländische technische Hilfe abgelehnt: "Deshalb geht alles seinen normalen trägen Weg." Die Fischer hätten zum Teil die versprochenen Boote nicht bekommen, in anderen Orten seien sie ungerecht verteilt worden: "Jetzt hindern diejenigen, die leer ausgingen, die anderen am auslaufen." Gleichzeitig spekulierten Großgrundbesitzer darauf, die Fischer weiter landeinwärts anzusiedeln, um Hotelprojekte am Strand verwirklichen zu können.

Als langfristige Investition plant die Projekthilfe den Bau eines Dorfgemeindezentrums: "Dort können sich die Leute treffen, bei einer neuerlichen Flut Hausrat einlagern - das ist eine nachhaltige Geschichte." Die Gesundheitsstation würde man außerdem gerne geburtentauglich erweitern und eine Hebamme engagieren.


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