Kirchenthumbach
Menschen leben weiter
Christiane Schmid und Andreas Steinl helfen mit Knochenmarkspende
Kirchenthumbach. (ü) Der Verein "Hilfe für Anja" kann ein weiteres Erfolgserlebnis verbuchen. Christiane Schmid aus Tremmersdorf und Andreas Steinl aus Speinshart haben Knochenmark gespendet und nachweisbar zwei an Leukämie erkrankten Menschen das Leben gerettet.
Dabei handelt es sich um einen 53-Jährigen Deutschen und einen kleinen Buben in den USA. Vorsitzender Michael Sporrer hatte die beiden Spender zu einem "Dankeschön-Termin" eingeladen. Mit dabei war auch Bürgermeister Fritz Fürk, der die Schirmherrschaft für die Feier zum fünfjährigen Bestehens des Vereins vom 25. bis 28. Mai übernommen hat.Christiane Schmid und Andreas Steinl schilderten die Situation, was sie empfanden als das Telefon klingelte beziehungsweise der Postbote vor der Türe stand, und sie zur Knochenmarkspende gebeten wurden. Beide hatten sich 2001 typisieren lassen, Andreas in Eschenbach und Christiane in Pegnitz. Nach drei Jahren waren sie in der weltweiten Datenbank gefunden worden. Die Möglichkeit, ein genetischer Zwilling zu sein, ist 1:5000. Für die beiden jungen Menschen war es eine Selbstverständlichkeit, Knochenmark zu spenden, um anderen das Leben retten zu können. "Wenn man A sagt, muss man auch B sagen", war ihre einhellige Meinung.
Christiane spendete ihr Knochenmark unter Narkose im Klinikum Nürnberg Nord. Es dauerte 45 Minuten ehe die 400 Milliliter Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen waren. Andreas aus Speinshart musste sich in der Uniklinik Dresden melden. Nach einer eingehenden Untersuchung wurde das Knochenmark peripher entnommen.
In Form einer Blutwäsche wurden die Stammzellen "ausgeschleudert". Beide Spender sind heute froh und glücklich Menschen das Leben gerettet zu haben. "Dieses Erfolgserlebnis spornt an, weiter zu arbeiten", sagten Michael Sporrer und sein Vize Uwe Dietrich. Seit der Vereinsgründung seien 27 Typisierungsaktionen ausgeführt worden, bei denen über 15 800 Personen für die weltweite Datenbank gewonnen werden konnten. Für 26 Personen konnte bereits ein passender Knochenmarkspender gefunden werden. Die Verantwortlichen von "Hilfe für Anja - gemeinsam gegen Leukämie" wollen in Zukunft noch mehr Menschen überzeugen, sich typisieren zu lassen.
Dazu ist natürlich auch Geld notwendig. Eine Typisierung kostet 50 Euro, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden. "Wir versuchen immer wieder neue Wege zu gehen und das zu 100 Prozent ehrenamtlich", kündigte Michael Sporrer an. Das Engagement des Vereins habe sich weiter über die Grenzen der Region hinaus herumgesprochen. So seien an "Hilfe für Anja" auch Musikbands herangetreten, sich kostenlos in den Dienst der guten Sache zu stellen.
Im Rahmen des Gründungsfestes veranstaltet der Verein auf dem neuen Festgelände in Kirchenthumbach ein großes Benefizfestival unter dem Motto: "Rock for life - Rock fürs Leben". Dazu wurde ein tolles Programm zusammengestellt, das sich sehen lassen kann. Vom gepflegten Rock über Hardrock und Discomusik bis hin zum gemütlichen Stimmungsabend ist für alle Altergruppen etwas dabei.
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