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Von Michael Zeißner  |  03.02.2005  | Netzcode: 10672788  |  125 Mal gelesen.

Das Bürgertum im steten Zweifel seines Selbst

Kommentar von Michael Zeißner

Erst vor ein paar Wochen ist von dem früheren und langjährigen SPD-Stadtrat Franz Sichler ein lokalgeschichtliches Buch über die Schwandorfer Rathäuser erschienen. Beim kritischen Lesen offenbart es ein nahezu erschreckendes Verhältnis des hiesigen Bürgertums zu den Repräsentationsbauten seines Selbstverständnisses. Seit Jahrhunderten schon.

Zwei Rathäuser wurden schlichtweg dem Verfall preisgegeben, und dass die Beamten schwindsüchtig wegstarben wie die Fliegen, weil sie in feuchten Amtsstuben ihren Dienst verrichten mussten, war bekannt, wurde aber als vom Schicksal gegeben hingenommen.

Wieder geht es um ein Rathaus. Das alte, das ausrangierte, aber denkmalgeschützte. Ein Haus vom Bürger für den Bürger soll das künftige Ensemble erklärtermaßen werden. Und die Partei der manifestierten Bürgerlichkeit, die CSU, stellt sich wieder einmal quer. Würde gar dieses Thema nur allzu gerne hinter den verschlossenen Türen eines interfraktionellen Arbeitskreises diskutieren.

Was soll diese Taktiererei, was soll dieses Gemäkel ohne Gegenvorschläge? Da drängt sich der Verdacht einer Fundamentalopposition förmlich auf.


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