Speichersdorf
Hausmann als Top Manager
Polit-Kabarett auf der Tauritzmühle: Klaus Wührl glänzt mit Wortwitz
Mit Klaus Wührl und seinem Programm "Der Hausmann" präsentierte Organisator Reiner Prischenk auf der Tauritzmühle einen neuen Namen und wagte sich damit auf ungewohntes Terrain: Zum ersten Mal gab es Polit-Kabarett in der Mühle - und, um es vorweg zu nehmen: Trotz einiger Längen im Programm eine gelungene Darbietung voller temporeichem Wortwitz.Starke Seite des Künstlers sind dabei vor allem seine scharfzüngigen Erklärungen zur Welt aus der Sicht eines Hausmanns - gleich zu Beginn räumt er mit einem Vorurteil auf: Hausmänner mit Schürze, das war einmal - angesagt sei jetzt der Manager eines Household Facility Managements, wobei er natürlich der Top Manager ist - daher in Anzug und Krawatte auftritt - und seine jetzt im Haushalt mit Begeisterung mithelfenden Kinder das Middle Management stellen.
In diesem Rahmen baut Wührl konsequent sein Programm auf, schlägt den Bogen von Emanzipation über die Global Players und einer damit verbundenen neuen Sprachregelung, schwadroniert über den "Sozialisten" "Schorsch" Bush und seinen verschärften diplomatischen Konflikt unter Zuhilfenahme taktischer Humanoidvertilger im Irak. Er erklärt, was ein lesbischer Mann ist, und wie schwer der es hat, und wie Frauen in 52 Wochen 52 Kinder kriegen können.
Werbepausen und Privatfernsehen, Pisastudie, Gymnasialreform und die richtige Sprachwahl in der Erziehung zur Vermeidung fremdenfeindlicher Exzesse fehlen nicht. Dabei sucht Wührl immer wieder spontan den Kontakt zum Publikum, das er zu Lachsalven hinreißt. Politisch korrekt will er nicht sein. Er ist frech, doch nicht moralisierend und bietet so, in bester Kabarett-Tradition kritische Anmerkungen mit hohem Unterhaltungswert.
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