Regensburg
Schüsse in der Altstadt-Idylle
Familiendrama in Regensburg: 51-Jähriger tötet seine Mutter und richtet sich selbst - Motiv unklar
Regensburg. (wbr) Familiendrama in Regensburg: Am Montag früh um drei Uhr teilt ein 51-Jähriger Mann telefonisch bei der Einsatzzentrale der Polizei mit, dass er soeben seine Mutter erschossen habe. Die wenig später am Tatort in der Tändlergasse in Regensburg eintreffenden Polizeibeamten müssen mehrere Türen aufbrechen, um sich Zugang zu der fraglichen Wohnung zu verschaffen. Sie finden den 51-jährigen und seine 81-jährige Mutter leblos vor.
Nach ersten Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden hat der Mann zunächst seine Mutter und anschließend sich selbst mit einer Pistole erschossen. Über das Motiv konnten keine Aussagen getroffen werden. Auch die Herkunft der Waffe ist nicht bekannt. Die Polizei geht aber davon aus, dass eine Beteiligung Dritter nicht in Frage kommt. Trotzdem werden die Leichen von Mutter und Sohn obduziert.Die Tändlergasse ist eine der touristisch meist beachtetsten engen Gassen der Regensburger Altstadt. Antiquitätenläden reihen sich an Schmuckgeschäfte, und besonders der liebenswerte Souvenirkrusch etlicher Läden findet hier seinen Absatz.
Vor der gepflegten und zart ockerfarbenen Fassade des Hauses Nummer 10 will eine blonde Frau die Ladentüre zu ihrer Boutique aufsperren - Freya Wittmann, die ehemalige Miss Regensburg. Sie muss sich aber sagen lassen, dass das Polizeisiegel an der Haustüre nicht verletzt werden darf. "Was, der Manfred S. hat ihre Vermieterin, seine Mutter erschossen?" Die junge Frau will das nicht glauben. "Der und eine Pistole? Nie!", ist sie überzeugt.
"Das waren ganz anständige, biedere Leute", erzählt Anne-Marie Kosters, die Besitzerin der "Tändlerei" gegenüber. Die betagte Hauseigentümerin habe niemals den Morgengottesdienst verpasst, und sie sorgte zusammen mit ihrem Sohn dafür, dass sowohl das historische Treppenhaus, das die beiden Privatwohnungen von Mutter Anna S. und Sohn Manfred verband, als auch die Fassade immer piekfein in Ordnung waren.
"Immer wenn ihm seine Lehrverpflichtung als EDV-Dozent an einer Privatschule Zeit ließ, kümmerte sich Manfred S. als Hausmeister um sein Anwesen", erinnern sich die Geschäftsleute nebenan. Allerdings: "Etwas still war er, der Herr S., fürs Ratschen hat er keinen Nerv gehabt. ,Grüß Gott' und huschhusch ins Haus, so war das mit ihm." Irgendwann aber, muss es mal was gegeben haben, weiß eine Nachbarin. "Das Haus interessiert mich nicht", soll er gesagt haben: "Wenn sie stirbt, verkaufe ich sofort!" Ob sich an dieser plötzlichen Einstellungsänderung des Sohnes ein tragischer Streit entzündet hat? Die Polizei steht vor einem Rätsel.













































































