Wernberg-Köblitz
Conrad kann noch eins draufpacken
Nach der Erweiterung in Wernberg-Köblitz ist der Elektronik-Versender für weiteres Wachstum gerüstet - Ruf nach schnellem A6-Lückenschluss
Wernberg-Köblitz. Conrad Electronic will weiter wachsen und in der Oberpfalz zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Das erweiterte Logistikzentrum in Wernberg-Köblitz bietet dafür alle Voraussetzungen. Vom Lückenschluss der A6 hängt es ab, ob das Unternehmen seine Jobs weiter aufstocken kann.
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| Blick in einen Seitengang des Conrad-Warenlagers: In Wernberg-Köblitz werden die Sendungen für die Kunden zusammengestellt. (Bild: Götz) |
Kratz steuert kein Raumschiff zum Mond. Aber er operiert mit astronomischen Zahlen: Der Geschäftsführer für Logistik und Vertrieb ist bei Conrad Electronic in Wernberg-Köblitz für den Weg von täglich etwa 25 000 Paketen durch das Logistikzentrum verantwortlich. 100 Millionen Artikel flossen im vergangenen Jahr durch Regallager, Förderanlagen und Verpackungsmaschinen. Fehlschläge, zitiert Kratz den Nasa-Flugdirektor, sind "nicht akzeptabel".
Der Durchlauf am Fernstraßen-Knotenpunkt Wernberg-Köblitz könnte noch weit stärker werde. Soll er auch, wenn es nach den Conrad-Planungen geht. Inzwischen ist der Ausbau des Logistikzentrums um neue Flächen nördlich und südlich des vor zehn Jahren gebauten Komplexes abgeschlossen: im "großen, zukunftsweisenden Stil", wie es bei Conrad offiziell heißt. Oder "im Augenblick etwas überdimensioniert", wie der Geschäftsführer bei einer Führung vor Journalisten am Donnerstag sagte.
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| Das Conrad-Logistikzentrum: Wäre die A6 schon fertig, fehlte ein großer Hemmschuh für das Wachstum des Unternehmens. (Bild: Götz) |
Die Idee, die Mitarbeiter auf kürzestem Weg durch die Regalreihen zu schleusen, ist nicht neu. Bisher erledigen das Barcode-Lesegeräte mit Systemanbindung. Allerdings binden die Apparate immer eine Hand. "Lydia" lotst die Mitarbeiterin per Sprachausgabe und Sprachsteuerung wie ein Autonavigationssystem durch die Regale. Kopfhörer und Mikrofon stören bei der eigentlichen Arbeit nicht.
"Lydia" soll zehn bis 15 Prozent mehr Leistung bringen, sagt Kratz, der am Donnerstag ankündigte, die Bearbeitungszeit vom Auftragseingang des Kunden bis zum Versand weiter zu drücken. Derzeit können Kunden auf Wunsch im 24-Stunden-Service am nächsten Tag beliefert werden, wenn sie bis 15 Uhr bestellen. Mittelfristig soll der späteste noch mögliche Zeitpunkt auf 16 Uhr rücken.
Trotz aller Optimierungen im Betrieb, die Lastwagen der Partner-Speditionen müssen - auch wegen der überlasteten B 14 - schon am Spätnachmittag zu ihren Verteilzentren aufbrechen. "Wir könnten eine halbe bis dreiviertel Stunde länger produzieren, wenn der Lkw nicht so früh weg müsste." Für Bernd Kratz eigentlich inakzeptabel. Und so fordert er einen raschen Lückenschluss der A 6: "Ich gehe davon aus, dass die Autobahn kommt - und wir können weitere Arbeitsplätze schaffen."
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