Regensburg
Vom Bischof "lange geplant"?
Professor Jilek erhebt schwere Vorwürfe gegen Gerhard Ludwig Müller
Regensburg. (dpa/lby) - Nach dem Entzug seiner Lehrerlaubnis hat der kirchenkritische Regensburger Theologieprofessor August Jilek schwere Vorwürfe gegen Bischof Gerhard Ludwig Müller erhoben. Der Regensburger Oberhirte habe den Entzug der Lehrbefugnis bereits seit einem halben Jahr vorbereitet und lediglich einen "Vorwand" für den Schritt gesucht, sagte der 55 Jahre alte Liturgiewissenschaftler heute.
|
| Theologieprofessor August Jilek. (Bild: dpa) |
Müller hatte nach einem wochenlangen Streit mit Jilek, der Berater des vom Bischof entlassenen niederbayerischen Pfarrers Hans Trimpl ist, zunächst im Sommer dem Hochschullehrer jede Arbeit als Diakon in der ostbayerischen Diözese verboten. Vor wenigen Tagen entzog Müller dem Professor schließlich in Abstimmung mit dem Vatikan und der Deutschen Bischofskonferenz die Lehrerlaubnis. Jilek muss nun die theologische Fakultät der Universität verlassen. Der Münchner Kardinal Friedrich Wetter stellte sich in dem Konflikt hinter Müller.
Als Grund für den Ausschluss aus der Fakultät wurden Überlegungen Jileks zu einem Kirchenaustritt genannt. Der Professor räumte ein, dass er "einen solchen Schritt erwogen" habe. "Inzwischen habe ich aber davon Abstand genommen", sagte er. Bischof Müller habe mit seinem Vorgehen "ultra-konservative Kreise der Diözese Regensburg bedient, die schon seit Jahren gegen mich agitieren", meinte Jilek. Er sei auch darüber befremdet, dass ein vertraulicher Brief von ihm an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, den Mainzer Kardinal Karl Lehmann, an Dritte weitergegeben und teils daraus öffentlich zitiert worden sei.
Jilek wird als Beamter trotz des Entzugs der Lehrerlaubnis weiterhin Professor der Universität Regensburg bleiben. Das bayerische Wissenschaftsministerium will mit dem 55-Jährigen Gespräche darüber führen, in welchem Bereich der Hochschule er künftig eingesetzt werden kann.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
















































































