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Von (fan)  |  20.08.2004  | Netzcode: 10603232  |  397 Mal gelesen.
Schwandorf

Engpass bei den Solarmodulen

Immer mehr Photovoltaik-Anlagen: Markt derzeit leer gefegt - Zulauf für Bürgersolaranlage

Schwandorf. (fan) Bei den derzeitigen Preisen für Rohöl gehen immer mehr Überlegungen in Richtung regenerative Energiequellen. Dabei rückt die Sonne in den Mittelpunkt. Doch die Entschlussfreudigkeit, per Photovoltaik Sonne zu verstromen, kann derzeit gewaltig gebremst werden. Die Module sind nämlich knapp geworden.

Was noch vor einiger Zeit nur eine handvoll Idealisten begeisterte, hat sich mittlerweile zu einer respektablen Nachfrage entwickelt: Photovoltaik-Anlagen. Seit knapp zwei Jahren und mit dem Inkrafttreten des Erneuerbare Energien-Gesetz (EEnG) erlebt diese Technologie einen derartigen Boom, dass der Markt nahezu leer gefegt ist.

Preise klettern



Wer heuer noch eine Anlage installieren will, hat zur Zeit schlechte Karten. "Wenn, dann bekommt man höchstens noch eine kleine, aber keinesfalls mehr große, leistungsfähige Solaranlage", weiß Grünen-Kreisrat Rudi Sommer aus Bruck, der sich dieser Technik seit Jahren verschrieben hat und selbst zum Stromerzeuger via Sonne geworden ist. Besonders die große Nachfrage von Landwirten, die auf ihren riesigen Scheunendächern ausladende Photovoltaik-Anlagen installieren können, sorgen für die derzeitige Knappheit an Modulen.

Der Pressesprecher von Deutschlands größtem einschlägigen Hersteller, RWE Schott Solar, charakterisierte die sprunghaft angestiegene Nachfrage als "nicht vorhersehbar". Seiner Meinung nach war in erster Linie das Vorziehen einer Neufassung der Energieeinspeiseverordnung für Photovoltaik-Anlagen auf Ende Dezember letzten Jahres dafür verantwortlich. Auch die Firma "Sunset", die auch Conrad Elektronik mit Solarmodulen beliefert, kämpft derzeit mit Engpässen. Auf Grund der großen Nachfrage, sei ein Preisanstieg von 20 bis 30 Prozent eingetreten, konstatiert ein Unternehmenssprecher.

Anteile zu kaufen



Nach ungefähr zehn Jahren arbeitet eine Solaranlage heutigen Typs wirtschaftlich. Ein Wirkungsgrad von 17 Prozent an Stromausbeute gemessen am Grad der Lichteinstrahlung gilt als gut und kostet zurzeit etwa 5000 Euro pro erzeugtem Kilowatt.

Auch an Schwandorf ist der Trend nicht vorüber gegangen. Das Projekt "Bürgersolaranlage" ist angelaufen. Es soll per Gesellschafteranteil auch Privatpersonen, die über kein eigenes Hausdach mit Ausrichtung nach Süden verfügen, einen Einstieg in die regenerative Stromproduktion ermöglichen. Rund 40 Anteilseigner haben sich schon interessiert. Am Ende sollen dann über 600 Quadratmeter Photovoltaik-Module mit einer Spitzenleistung von 70 Kilowatt liegen. Bei einer gesetzlich garantierten Einspeisevergütung ins Stromnetz von maximal 56 Cent pro Kilowatt, steht die Rentabilität einer solchen Anlage früher oder später außer Frage.


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