"Rebellenpfarrer" gibt nicht klein bei
Streit mit dem Bischof: Hans Trimpl zieht vor zweite Instanz in Rom
Regensburg (dpa/lby) - Der Streit zwischen dem Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller und dem niederbayerischen Priester Hans Trimpl spitzt sich weiter zu. Der Pfarrer der Gemeinde Bogen- Oberalteich will die vom Vatikan ergangene Bestätigung seiner Suspendierung nicht akzeptieren. Er ziehe vor die nächste Instanz, sagte am Donnerstag der Sprecher und Berater des Pfarrers, der Liturgieprofessor August Jilek.
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| Schlägt selbst den Gong für die nächste Runde im Streit mit dem Bischof: Pfarrer Trimpl. (Bild: dpa) |
"Dies wird Pfarrer Trimpl in keinem Fall tun", sagte Jilek. Das Regensburger Bistum bedauerte die weitere Verschärfung des seit rund zwei Monaten andauernden Konflikts. Pfarrer Trimpl verstehe die Signale Müllers nicht. "Der Bischof hat gesagt, dass der Weg zur Einheit immer möglich ist", sagte Bistumssprecher Philip Hockerts Universitätsprofessor Jilek, dem der Bischof Tätigkeits-Verbot in der Regensburger Diözese erteilt hatte, will ebenfalls in Rom Beschwerde einlegen.
Da ihm die Nutzung kirchlicher Räume untersagt sei, sei die Hälfte seiner Lehrveranstaltungen im Wintersemester gefährdet, sagte er. Bischof Müller hat einen Antrag auf Rücknahme des Verbots nicht akzeptiert. Das Auftrittsverbot beziehe sich allerdings nur auf Jileks Tätigkeit als Diakon, erklärte Hockerts.
Um einen weiteren Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht finanzieren zu können, haben die kirchenkritischen Theologen mittlerweile einen "Trust-Fonds" eingerichtet. Darin hätten sich Priester der Diözese, aber auch Wirtschaftsvertreter zusammengeschlossen. "Es gibt sehr viel Solidarität", sagte Jilek. Das Regensburger Verwaltungsgericht hatte am Mittwoch einen Eil- Antrag Trimpls, dem Bischof angeblich beleidigende Äußerungen über den Pfarrer zu untersagen, abgelehnt.
Der Streit zwischen Trimpl und dem Bischof ist vor etwa zwei Monaten entbrannt. Anfangs ging es unter anderem um eine angeblich beleidigende Karikatur des Bischofs in der Zeitschrift des kirchenkritischen katholischen Aktionskreises Regensburg, in dem Trimpl Mitglied ist. Nachdem die Auseinandersetzung mit einer Entschuldigung und Loyalitäts-Zusage Trimpls zunächst beigelegt worden war, hatte der Pfarrer den Gerichtsantrag gestellt.
Er wirft dem Bischof vor, ihn in einer Predigt als "Heuchler" und "Pharisäer" bezeichnet zu haben. Müller dementierte diese Äußerungen und suspendierte den "Rebellenpfarrer".
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