Regensburg
"Der Nächste auf dem Schafott"
Bischof Müller bestraft Regensburger Universitätsprofessor Jilek - Berater von Pfarrer Hans Trimpl
Regensburg. (dpa) Der Streit zwischen Bischof Gerhard Ludwig Müller und kritischen Theologen in der Regensburger Diözese weitet sich immer mehr aus. Nach dem suspendierten niederbayerischen Pfarrer Hans Trimpl bestraft Müller nun auch dessen Berater, den Theologieprofessor August Jilek der Regensburger Universität.
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| Vom Bischof bestraft: Prof. Dr. August Jilek. |
"Ich erteile Ihnen ein Auftrittsverbot in allen kirchlichen Einrichtungen und Räumen der Diözese Regensburg", heißt es in dem Brief an Jilek. Der Bischof wirft dem Liturgieprofessor vor, dass er "ohne jede fachliche, geschweige denn amtliche Kompetenz" das Vorgehen des Bischofs als rechtswidrig beurteilt habe. Die "mitunter anmaßende Information der Öffentlichkeit" erfülle einen Straftatbestand des Kirchenrechts, meint der Oberhirte. Jilek habe entsprechend eines Paragrafen des Kirchengesetzbuches "Streit der Untergebenen und Hass gegen den Ordinarius" hervorgerufen beziehungsweise die Untergebenen zum Ungehorsam aufgefordert.
Jilek veröffentlichte eine Presseerklärung unter dem Titel "Der Nächste auf dem Schafott" - in Anspielung auf eine Bischofs-Karikatur in dem kirchenkritischen Organ "Pipeline". Der Professor kündigt an, dass er gegen die Anordnung Müllers auf den üblichen kirchenrechtlichen Wegen vorgehen will. Eine Beratertätigkeit gehöre auch innerhalb der Kirche zu den selbstverständlichen Rechten. Selbst in Diktaturen dürften Angeklagte Anwälte haben, sagte der Liturgieprofessor. "Bischof Müller scheint dies anders zu halten."
Hockerts wies diesen Vergleich zurück: Die Kirche sei kein Staat, erklärte der Pressesprecher. Zudem sei Jilek seine Tätigkeit als Diakon nicht wegen der Beratertätigkeit verboten worden. Er dürfe nicht mehr im Bistum wirken, weil Jilek nicht in Einheit mit dem Bischof auftrete, sagte Hockerts.
Erst am Freitag hatte das Bistum dem Oberalteicher Priester Trimpl die Entlassung aus dem Klerikerstand sowie die Exkommunikation angedroht. Jilek bezeichnete das Vorgehen des Bischofs als "fatalen Irrtum". Im Streit um die Gültigkeit der Suspendierung Trimpls habe die Diözese die falschen Bestimmungen angewandt. Der Fall liegt mittlerweile dem Vatikan zur endgültigen Entscheidung vor.
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