Regensburg/Oberalteich
Trimpl bald kein Priester mehr?
Diözese würde bis zur Laisierung gehen
Regensburg/Oberalteich. (pk) Der Streit erschüttert die Diözese, die aufgefahrenen Geschütze werden immer größer. "Missbrauch des Priesteramtes zur Demonstration seines Ungehorsams" hat am Freitag das Ordinariat dem niederbayerischen Pfarrer Hans Trimpl vorgeworfen. Deshalb müssten nun weitere Maßnahmen getroffen werden.
Die könnten bis zur Entlassung aus dem Klerikerstand - also zur Laisierung Trimpls - führen. Ein solcher Schritt müsste allerdings von Rom eingeleitet werden. Dorthin hat sich der Oberalteicher Rebell inzwischen gewandt, weil Bischof Müller seinen Antrag auf Aufhebung der Suspendierung zurückgewiesen hat. Zu kitten ist in der Auseinandersetzung zwischen dem Priester und seinem Bischof wohl nichts mehr: Offizial Dr. Max Hopfner hat am Freitag die "unerlaubte Eucharistiefeier am 29. Juli in Oberalteich" als eine Fortsetzung des Bruches von Pfarrer Hans Trimpls Weiheversprechen gewertet.Dessen Suspendierung sei nach wie vor rechtswirksam. Dass Trimpl sich an Rom gewandt habe, setze die Suspendierung noch nicht aus. "Eine aufschiebende Wirkung tritt erst dann ein, wenn dies von der in diesem Fall zuständigen Kleruskongegration ausdrücklich erklärt wird. Den Weg nach Rom hat Pfarrer Trimpl inzwischen beschritten, eine Reaktion steht aber noch aus. Auf jeden Fall kann eine eigene Suspendierung nicht vom Betroffenen selbst ausgesetzt werden", schreibt der Offizial der Diözese in einer Presseerklärung.
Brief vom Bischof
Das Verhalten von Pfarrer Trimpl zeige, dass er weiterhin nicht bereit ist, seine Widersetzlichkeit aufzugeben. "Gerade das Zweite Vatikanische Konzil betont in besonderer Weise, dass ein Priester nur in Einheit mit dem Bischof seinen Dienst ausüben kann". Der Offizial verwies auf die einschlägige Stelle im Konzils-Dekret über "Dienst und Leben der Priester".
In einem Schreiben an Pfarrer Trimpl machte der Bischof inzwischen deutlich, dass er den "fortgesetzten Ungehorsam" nicht hinnehmen werde. In dem von Pfarrer Trimpl am Donnerstag zelebrierten Gottesdienst sieht das Ordinariat eine "Instrumentalisierung der Sakramente".
Der Bischöfliche Pressesprecher Philip Hockerts erklärt, dass Trimpl wohl bis zu einer Amtsenthebung noch Pfarrer sei. Doch habe das bischöfliche Dekret ihm ausdrücklich die Weihe- und Leitungsgewalt entzogen. Deshalb dürfe Hans Trimpl die Pflichten eines Pfarrers nicht ausüben. Hockerts zog eine Parallele zu Zivil- und Strafrecht: "Wenn ich mit einer juristischen Strafe belegt bin, kann ich Beschwerde einlegen. Aber die Beschwerde hebt die Strafe ja noch nicht auf."
"Immenser Schaden"
Die Diözesanleitung wird in Oberalteich nicht unmittelbar eingreifen, sie verfolgt eine deeskalierende Strategie. Auseinandersetzungen in und um die Kirche sollen den Gemeindemitgliedern nicht zugemutet werden. Die Öffentlichkeit steht dem Streit ohnedies recht fassungslos gegenüber. "Da wird nicht nur der Diözese, sondern der ganzen Kirche und der Gesellschaft immenser Schaden zugefügt", sagte am Freitag ein Laienfunktionär.
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