Kohlberg/Regensburg
Kaum noch Hoffnung auf Einigung
Auch Regionaldekan kann Pfarrer Schlagenhaufer nicht umstimmen - Demonstration in Regensburg
Kohlberg/Regensburg. (ms) Pfarrer Andreas Schlagenhaufer hat das Ultimatum verstreichen lassen. Er ist weder aus dem Aktionskreis Regensburg (AKR) ausgetreten noch hat er sich bei Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller entschuldigt.
Der Bischof hat daraufhin am Montagnachmittag Regionaldekan Gerhard Pausch aus Weiden gebeten, Schlagenhaufer noch einmal eindringlich zum noch möglichen Einlenken zu bewegen. Das Gespräch fand am Nachmittag in Pauschs Pfarrei Herz Jesu in Weiden statt und dauerte etwa eine halbe Stunde.Vertrauliches Gespräch
Sowohl Pausch als auch Schlagenhaufer wollten sich nicht dazu äußern. Pausch verwies auf die Vertraulichkeit der Unterrredung. Er werde heute den Bischof über den Inhalt informieren. "Es wird alles Mögliche versucht. Aber es ist schwierig, aus dem Dilemma herauszukommen", deutete Schlagenhaufer auch nach der Aussprache mit dem Regionaldekan wenig Kompromissbereitschaft an.
Der Diözesanbischof sieht in dem "Verstreichenlassen dieser Chance" eine klare Gehorsamsverweigerung, die zu Konsequenzen zwinge. Nach eigenen Angaben hatte er in mehreren Gesprächen mit Schlagenhaufer wiederholt versucht, ihn zur Einsicht zu bewegen. Schließlich hatte Offizial Domdekan Dr. Max Hopfner ihn mit Schreiben vom 21. Mai aufgefordert, sich bis Montag von den "Polemiken und Agitationen gegen Amt und Person des Bischofs" in der Zeitschrift "Pipeline" zu distanzieren und den Austritt aus dem diese Publikation verantwortenden AKR zu erklären.
Im Schreiben an den Regionaldekan stellt Bischof Gerhard Ludwig nochmals deutlich heraus, dass für einen katholischen Priester sowohl die Unterstützung einer kirchenschädigenden Publikation als auch der dahinter stehenden Bewegung absolut inakzeptabel sei, "da es dem in der Weihe gegebenen Versprechen der Ehrfurcht und des Gehorsams diametral entgegensteht". Der Bischof schließt sein Schreiben mit der Hoffnung, dass das vereinte Bemühen doch noch Erfolg habe.
Protestzug zum Ordinariat
Gleichzeitig wandte sich der Bischof mit einem Fax an die Kurskollegen der beiden Priester und bittet, "das Ihnen Mögliche zu tun", um Schlagenhaufer zum Einlenken zu bewegen. "Wie Ihnen ist es mir ein Anliegen, in guter Gemeinschaft und guter Atmosphäre zusammen unseren Weg zu gehen." Der Bischof hofft, dass ein "vereintes Bemühen noch Erfolg hat".
Laut Schlagenhaufer hatte ein Teil der 18 Priester des Weihejahrgangs 1969 am Montagvormittag schriftlich den Diözesanbischof wissen lassen, man könne nicht verstehen, dass engagierte Seelsorger so behandelt würden.
Am Abend hat Schlagenhaufer mit rund 200 Christen aus seiner Pfarrei - an der Spitze Bürgermeister Karl Prösl - in Regensburg gegen den Bischof demonstriert. Nach einem Schweigemarsch vom Domplatz zum Ordinariat skandierten die Teilnehmer "Wir sind Kirche!" und sangen "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Ausführlicher Bericht auf Seite 3.)
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
zum Thema
Regensburg
Priester bleiben zunächst im Amt
Nach Ultimatum von Bischof: Kein Zwangs-Ruhestand für Aktionskreis-Mitglieder
(dpa/lby) - Nach Ablauf eines Ultimatums des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller an die Priester Andreas Schlagenhaufer und Hans Trimpl können die Geistlichen vorläufig weiter seelsorgerisch tätig bleiben. Nach den Erklärungen des Bistums der vergangenen Tage war erwartet worden, dass die Geistlichen ihrer Ämter enthoben oder zwangsweise pensioniert werden. mehr...Regensburg
Nicht "auf eigene Faust" in der Kirche wirken
Interview: Bischof Gerhard Ludwig Müller zum Verständnis von Priestergehorsam, Hierarchie und Feindbildern in seiner Diözese
Am Samstag weiht Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller sieben junge Männer zu Priestern - Anlass für ein Gespräch über das Verhältnis des Diözesan-Oberhirten zu den Priestern in seinem Bistum, über die Auseinandersetzung mit den ihn kritisierenden Pfarrern und die Haltung der katholischen Kirche zu Gehorsam, Hierarchie und Ökumene. mehr...Regensburg
Schlagenhaufer gibt nach
Reuige Pfarrer: Streit mit Bischof nach rund sechs Wochen beigelegt
Lange hates gedauert. Nun steht es fest: Pfarrer Andreas Schlagenhaufer aus Kohlberg beugt sich dem Willen von Bischof Gerhard Ludwig Müller. Und das auch noch schriftlich. Am Mittwochabend ging das entscheidende Fax von Schlagenhaufer beim Bischof ein. mehr...Regensburg/Oberalteich
Pfarrer droht mit Ordnungsgeld
Priester Hans Trimpl verklagt Diözesanbischof Müller wegen Äußerungen in einer Predigt
Der Streit zwischen Pfarrer Hans Trimpl aus Oberalteich (Niederbayern) und Bischof Gerhard Ludwig Müller geht in eine neue Runde: Jetzt will der streitbare Priester den Regensburger Oberhirten vor dem Regensburger Verwaltungsgericht verklagen. mehr...Bischof Müller im Gegenwind
Artikelsammlung: Alle Texte zum Thema Müller vs. Trimpl, Schlagenhaufer, Jilek
mehr...Gestern






