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Von (ms)  |  08.06.2004  | Netzcode: 10568559  |  387 Mal gelesen.
Kohlberg/Regensburg

Kaum noch Hoffnung auf Einigung

Auch Regionaldekan kann Pfarrer Schlagenhaufer nicht umstimmen - Demonstration in Regensburg

Kohlberg/Regensburg. (ms) Pfarrer Andreas Schlagenhaufer hat das Ultimatum verstreichen lassen. Er ist weder aus dem Aktionskreis Regensburg (AKR) ausgetreten noch hat er sich bei Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller entschuldigt.

Der Bischof hat daraufhin am Montagnachmittag Regionaldekan Gerhard Pausch aus Weiden gebeten, Schlagenhaufer noch einmal eindringlich zum noch möglichen Einlenken zu bewegen. Das Gespräch fand am Nachmittag in Pauschs Pfarrei Herz Jesu in Weiden statt und dauerte etwa eine halbe Stunde.

Vertrauliches Gespräch



Sowohl Pausch als auch Schlagenhaufer wollten sich nicht dazu äußern. Pausch verwies auf die Vertraulichkeit der Unterrredung. Er werde heute den Bischof über den Inhalt informieren. "Es wird alles Mögliche versucht. Aber es ist schwierig, aus dem Dilemma herauszukommen", deutete Schlagenhaufer auch nach der Aussprache mit dem Regionaldekan wenig Kompromissbereitschaft an.

Der Diözesanbischof sieht in dem "Verstreichenlassen dieser Chance" eine klare Gehorsamsverweigerung, die zu Konsequenzen zwinge. Nach eigenen Angaben hatte er in mehreren Gesprächen mit Schlagenhaufer wiederholt versucht, ihn zur Einsicht zu bewegen. Schließlich hatte Offizial Domdekan Dr. Max Hopfner ihn mit Schreiben vom 21. Mai aufgefordert, sich bis Montag von den "Polemiken und Agitationen gegen Amt und Person des Bischofs" in der Zeitschrift "Pipeline" zu distanzieren und den Austritt aus dem diese Publikation verantwortenden AKR zu erklären.

Im Schreiben an den Regionaldekan stellt Bischof Gerhard Ludwig nochmals deutlich heraus, dass für einen katholischen Priester sowohl die Unterstützung einer kirchenschädigenden Publikation als auch der dahinter stehenden Bewegung absolut inakzeptabel sei, "da es dem in der Weihe gegebenen Versprechen der Ehrfurcht und des Gehorsams diametral entgegensteht". Der Bischof schließt sein Schreiben mit der Hoffnung, dass das vereinte Bemühen doch noch Erfolg habe.

Protestzug zum Ordinariat



Gleichzeitig wandte sich der Bischof mit einem Fax an die Kurskollegen der beiden Priester und bittet, "das Ihnen Mögliche zu tun", um Schlagenhaufer zum Einlenken zu bewegen. "Wie Ihnen ist es mir ein Anliegen, in guter Gemeinschaft und guter Atmosphäre zusammen unseren Weg zu gehen." Der Bischof hofft, dass ein "vereintes Bemühen noch Erfolg hat".

Laut Schlagenhaufer hatte ein Teil der 18 Priester des Weihejahrgangs 1969 am Montagvormittag schriftlich den Diözesanbischof wissen lassen, man könne nicht verstehen, dass engagierte Seelsorger so behandelt würden.

Am Abend hat Schlagenhaufer mit rund 200 Christen aus seiner Pfarrei - an der Spitze Bürgermeister Karl Prösl - in Regensburg gegen den Bischof demonstriert. Nach einem Schweigemarsch vom Domplatz zum Ordinariat skandierten die Teilnehmer "Wir sind Kirche!" und sangen "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Ausführlicher Bericht auf Seite 3.)

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