Oed
Besucherwelle schwappt über Mühle
Unzählige Gäste erkunden saniertes Gebäude und Handwerkermarkt in Oed
Oed. (fm) Kleinere und größere Überschwemmungen hat Oed schon öfter erlebt. Die Welle, die das Lehental am Deutschen Mühlentag überflutete, bestand allerdings nicht aus Wasser, sondern aus Autos. Aber auch Radler und Wanderer besuchten mit der jüngst sanierten Oedmühle ein technisches Denkmal der seltenen Art.
Die Scharen fanden nicht nur am schmucken Gebäude großen Gefallen, sondern das "Innenleben" faszinierte ebenso mit den fast vollständig erhaltenen Maschinen und Geräten des früheren Mühlenbetriebs. Das Drumherum mit Kunst und Kunsthandwerk bot angenehme Abwechslung.Allzu verlockend war das Angebot zu einer Mühlenführung, und die Interessenten mussten Geduld mitbringen, bis die Besitzer Fabian und Gabriele Bräutigam für alle Zeit hatten. Die fünf Stockwerke des Mühlentrakts mit ihren Holzbalkendecken waren halt für den Bedarf des Müllers ausgelegt und ließen nur die Belastung durch kleine Gruppen zu.
Außen sah man noch Teile der Turbinenanlage, die die Wasserkraft in Strom umwandelte. Diese Energie setzte die Treibräder im Transmissionsraum in Bewegung. Eine verwirrende Anordnung von Rädern und Treibriemen übernahm den Antrieb der Mahlsteine und der vielen anderen Maschinen, die als Endprodukt das weiße Mehl aus dem heimischen Getreide lieferten.
Die noch gut erhaltene frühere Technik samt Getreidespeichern, Reinigungsgeräten und Zuleitungen zu den vier Mahlwerken wurde anschaulich erläutert und um einen kurzen geschichtlichen Abriss ergänzt. Vom anstrengenden treppauf, treppab etwas geschafft, ließ man sich gerne einen Imbiss aus der Küche schmecken. Platz zum Sitzen war im Hof oder in der alten Gaststube mit ihrer dunklen Holzvertäfelung.
Auch die frühere Backstube ließ man nicht links liegen, denn die Frontansicht des weiß verklinkerten Backofens mit den schweren gusseisernen Einschubtüren und dem Mehlschacht über dem alten Arbeitstisch samt Waage zeigte die Handwerksausrüstung.
Auf dem Gelände um die Mühle herum hatte sich heimisches Kunsthandwerk breit gemacht. Dem Papierschöpfen aus Faserbrei konnte man zusehen, über kunstvolle Metall- und Holzbearbeitung mit ausgestellten Exponaten kam man zu den filigranen Tierfiguren der Künstlerin Nora Matocza, die aus dünnem Draht zum Beispiel einen Schwan mit Küken auf dem Rücken geschaffen hatte.
Exotisch dazu der Standort auf bunten griechischen Warenbehältern. An der Straßenfront hatten ein Zimmermann mit Gebrauchsgegenständen und einem großen Schaukelpferd und sowie die Keramikkünstlerin Ulrike Fuchs ihre Zelte aufgeschlagen. Auf dem Weg zur Führung passierte man auf der sonnigen Südseite eine Auswahl an Artikeln aus Leinen.
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