Marktredwitz
Tschechisch hat keinen Haken
Gabriela Zlamalova lehrt ihre Muttersprache in einem Pilotfilm: So geht es ohne Zungenbrecher
Marktredwitz. Wer weiß, dass Eger auf Tschechisch Cheb heißt, blickt offensichtlich schon einmal über den Oberpfälzer Tellerrand hinaus in das Nachbarland. Wer die Stadt dann auch noch richtig ausspricht, nämlich mit einem Rachen-Ch, dem ist die Sympathie der Tschechen bereits sicher, meint Gabriela Zlamalova.
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| Gabriela Zlamalova gibt Kurse in ihrer Muttersprache Tschechisch. (Bild: dih) |
Die erste Lektion des halbstündigen Lehrfilms befasst sich nur mit den diakritischen Zeichen und der Aussprache im Tschechischen. "Das ist das Wichtigste", weiß Zlamalova. "Die Grammatik und die schwierige Deklination muss man nicht bis ins Detail beherrschen. Die Tschechen wissen, wie schwer ihre Sprache ist und wie wenige Ausländer sie lernen." Deutsche, die sich bemühen, tschechisch zu sprechen, werden immer auf offene Herzen in Tschechien treffen, ist sich Zlamalova sicher. Angst vor dem Tschechisch-Lernen müsse niemand haben, sagt die Kursleiterin. "Wenn man die Aussprache einmal kann, dann gibt es keine Ausnahmen. Es werden keine Buchstaben verschluckt." Einige deutsche Verben ähneln den tschechischen zudem. Aus "tanzen" etwa wird "tancovat". Dann kann man schon bald Sätze bilden. Selbst ältere Menschen könnten die Sprache erlernen. "Es kommt nur auf die Motivation an", weiß Zlamalova.
In die Tschechisch-Kurse kommen vor allem Studenten, die eine berufliche Perspektive in der Fremdsprache sehen. Manch einer lernt die Sprache rein privat, für den Urlaub, oder um die Verwandten zu verstehen. Seit etwa zwei Jahren nehmen vermehrt Unternehmer Unterricht, die eine Filiale in Tschechien betreuen oder eine Firma dort aufbauen, berichtet die Lehrerin von ihren Erfahrungen - am Vorabend der EU-Osterweiterung.
Pilotfilm zum TV-Kurs
Damit immer mehr Deutsche die Frage "Verstehen Sie Tschechisch?" mit Ja beantworten, haben das deutsch-tschechische Informationszentrum IDOR und Euregio Egrensis einen gleichnamigen Lehrfilm produziert.
"Der halbstündige Pilotfilm soll den Deutschen die Nachbarsprache praktisch und spielerisch nahe bringen", erklärt Projektleiter Gerald Prell bei der Präsentation am Dienstag. Im Wechsel von Studiomoderation und Spielszenen an Originalschauplätzen in Karlsbad lernen Zuschauer Grundkenntnisse des Tschechischen. Der Kurs orientiert sich am klassischen Beispiel des Telekolleg, wie es seit Jahrzehnten in den dritten Programmen für Englisch und andere Sprachen angeboten wird.
Der Film wurde mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes und mit Fördermitteln aus der EU-Gemeinschaftsinitiative Interreg III A geschaffen. Sende- und Finanzierungspartner für den Film, der eine Reihe mit bis zu elf weiteren Folgen einleiten könnte, gibt es bisher noch nicht.
Denkbar sei auch ein Kurs auf CD-ROM oder DVD. Arbeitsmaterial zum Film wird augenblicklich zusammengestellt. Weitere Informationen soll es in Zukunft unter www.idor.org geben.



















































































