CSU-Familienpolitiker fordert Präsidentschaftskandidaten zur Klärung seiner persönlichen Verhältnisse auf
(dpa/KNA) Muss ein Bundespräsident "ordentliche" Lebensverhältnisse haben? Nach Joachim Gaucks Nominierung für das Amt ist eine Debatte darüber entbrannt, ob er sich von seiner Frau scheiden lassen und seine langjährige Lebensgefährtin heiraten soll.
"Es dürfte wohl im Interesse des Herrn Gauck selbst sein, seine persönlichen Verhältnisse so schnell als möglich zu ordnen, damit insoweit keine Angriffsfläche geboten wird", sagte der CSU-Familienpolitiker Norbert Geis. Gauck ist seit zwölf Jahren mit der Nürnberger Journalistin Daniela Schadt liiert, die ihn im Falle seiner Wahl zum Bundespräsidenten am 18. März als First Lady ins Schloss Bellevue begleiten würde. Vor seiner Kandidatur 2010 hatte Gauck versichert, seine Lebensgefährtin heiraten zu wollen, wenn er Präsident werde. Die Ehe mit seiner ersten Frau ist aber noch nicht geschieden.
Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) schaltete sich in die Debatte über Gaucks "wilde Ehe" ein. "Die Kritik an den persönlichen Lebensverhältnissen des nominierten Bundespräsidenten ist stillos", sagte Westerwelle. Deutschland sei ein modernes Land, betonte Westerwelle.
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22.02.2012
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Berlin
Debatte über die "wilde Ehe" Gaucks
CSU-Familienpolitiker fordert Präsidentschaftskandidaten zur Klärung seiner persönlichen Verhältnisse auf
Der CSU-Politiker Alois Glück sieht die Debatte mit gemischten Gefühlen. Er sei "in großer Sorge" über eine allzu "unbarmherzige Ausleuchtung des Privatlebens", sagte Glück. "Es muss noch ein Privatleben geben", erklärte Glück, der auch Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ist.
Mehrere FDP-Politiker haben unterdessen die Festlegung der Liberalen auf den von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zunächst abgelehnten Gauck verteidigt. "Er ist einfach der beste Mann", sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP).
In der Union gibt es weiter Unmut über die FDP. "Ich finde es beachtlich, dass sich die Liberalen mit SPD und Grünen ins Bett legen", sagte Fraktionsvize Michael Meister. "Soweit ich weiß, haben wir noch eine Koalition mit der FDP." Nach Einschätzung von Südwest-CDU-Chef Thomas Strobl haben die Liberalen "vollkommen überzogen". "Eine Wiederholung eines solchen Verhaltens wird es in der Koalition mit Sicherheit nicht geben", sagte er.
Gauck kann auf breite Unterstützung der Bürger bauen. Seine geplante Wahl zum Staatsoberhaupt finden nach Umfragen des ZDF-"Politbarometers" 69 Prozent der Befragten gut. 65 Prozent glauben nicht, dass Merkel durch die ihr von der FDP zugefügte Schlappe geschwächt ist. (Kommentar und Seite 3)
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