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Paris
Strauss-Kahn und die Last mit der Lust
Sex-Partys mit Freunden: Ehemaliger IWF-Chef aus Frankreich ringt erneut mit der Justiz
Paris. (dpa) Über eine Sex-Affäre in einem New Yorker Hotel gestrauchelt, politisch im Abseits - und nun neues Ungemach mit der Justiz wegen einer Callgirl-Affäre: Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) Dominique Strauss-Kahn kommt aus den Negativ-Schlagzeilen kaum noch raus.
Insgesamt vier Ermittler lösen sich nach Medienberichten bei der Vernehmung des früheren Chefs des Internationalen Währungsfonds (IWF) in einer Gendarmerie-Kaserne der Stadt Lille ab. Sie sollen unter anderem herausfinden, ob "DSK", wie er kurz in seiner Heimat genannt wird, bei der Teilnahme an Sex-Partys in Paris und Washington von unterschlagenen Firmengeldern profitiert hat. Denn die Spesen - einschließlich der Entlohnung von Prostituierten - sollen von befreundeten Unternehmern übernommen worden sein. Es gibt bereits Anklageverfahren gegen acht Personen im Zusammenhang zu der nach einem Luxushotel benannten "Carlton"-Affäre, bei der ein Zuhälterring Kunden belgische Callgirls vermittelt hatte. Strauss-Kahn ist in dieser Affäre um Hotelmanager, Polizeichefs und dubiose Konzernmanager keine Schlüsselfigur, aber der mit Abstand prominenteste Name. Er bestreitet die Teilnahme an den Partys nicht. Allerdings will er nicht gewusst haben, dass die netten, freizügigen Damen Prostituierte waren. Sie kamen sozusagen "frei Haus" nach Washington. Die letzte derartige Reise soll unmittelbar vor der spektakulären Verhaftung des 62-Jährigen Politikers am 14. Mai in New York stattgefunden haben. Damals hatte ihn das Zimmermädchen eines Hotels der sexuellen Aggression beschuldigt - es war der Anfang vom öffentlichen Niedergang des einstigen Polit-Stars, der als Folge der Vergewaltigungsvorwürfe von seinem IWF-Posten zurücktrat. Zwar wurde das Strafverfahren in den USA wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens eingestellt. Auch in der Heimat entging er einem Verfahren, nachdem er von der jungen Autorin Tristane Banon einer mehrere Jahre zurückliegenden Vergewaltigung bezichtigt worden war. Das Gericht bewertete den Vorwurf als sexuelle Belästigung und verjährt.
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