Von (mmj) |
22.02.2012
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Schönsee
Erinnerungen an Grenze sichern
"Die erzählte Grenze": Deutsch-Tschechisches Kooperationsprojekt abgeschlossen - Homepage
Schönsee. (mmj) Die Untersuchung des Lebens an der Grenze, Lebensgeschichten auf beiden Seiten, Erfahrungen und Erzählungen waren das Ziel nach über einem Jahr Arbeit des Deutsch-Tschechischen Kooperationsprojekts "Die erzählte Grenze". Für künftige Generationen sei der Erhalt von Erinnerungen an die Grenze, die Austausch- und Kontaktzone war, die aber auch den Eisernen Vorhang bildete, wichtig.
Dr. Friederike Kind-Kovacs und Markus Meinke vom Lehrstuhl für Geschichte Südost- und Osteuropas an der Universität Regensburg, stellten das Ergebnis des Projekts "Die erzählte Grenze" vor. Bilder: mmj (2)
Hans Eibauer, Vorsitzender der Lokalen Arbeitsgruppe Brückenland Bayern-Böhmen, begrüßte im Centrum Bavaria Bohemia zur Abschlusspräsentation des Projekts Mitarbeiter, Interviewpartner und einen Personenkreis, der sich besonders für die Berichte aus den Gesprächen mit Sudetendeutschen interessierte.
Bürgermeisterin Birgit Höcherl und ihr Amtskollege Günther Holler aus Stadlern gehörten ebenso zu den Anwesenden wie LAG-Geschäftsführer Manuel Lischka, der selbst im Projekt stark engagiert war, sowie Mitarbeiter des CeBB. Der besondere Gruß galt Dr. Friederike Kind-Kovacs, Akademische Rätin, und Doktorand Markus Meinke, beide vom Lehrstuhl für Geschichte Südost- und Osteuropas an der Universität Regensburg.
Wenn auch das Projekt, so Eibauer, offiziell beendet ist, so sollte es aber informell fortgeführt werden: "Jedes Interview, das mit Zeitzeugen nicht geführt wurde, ist verloren". Hinsichtlich der Finanzierung dankte er den Partnern "Euregio-Egrensis" und dem "Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond".
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Gemeinsame Exkursion
Dr. Friederike Kind-Kovacs legte ihre Forschungsschwerpunkte auf die Geschichte in Mittelost- und Südosteuropas, die Ost-Westbeziehungen im Kalten Krieg sowie Vertreibung und Migration. Mit Dr. Veronika Hofinger begann sie die Aufarbeitung dieses Themas hier mit der LAG Brückenland Bayern-Böhmen. Im Sommersemester 2010 wurde am Lehrstuhl für Geschichte Südost- und Osteuropas ein interdisziplinäres Proseminar zum Thema "Die erzählte Grenze, lebensgeschichtliche Erinnerungen und Erinnerungsorte im bayerisch-böhmischen Grenzraum" angeboten. Im Juni 2010 waren Studenten gemeinsam zu einer Exkursion unterwegs. Nach einer Lehrveranstaltung für die Mitarbeiter in diesem Projekt an der Universität Regensburg wurden in diesem Grenzgebiet 45 Interviews geführt. Auffallend war, dass es von den Gesprächspartnern nur Vertreibungsgeschichten gab; der "Kalte Krieg" wurde bewusst oder unbewusst ausgeklammert.
Die Projektleiterin stellte in den Ergebnissen der Befragungen fest, dass vor allem das friedvolle Zusammenleben der Deutschen und Tschechen in der Zwischenkriegszeit, wirtschaftliche Nachteile der Region, die Vertreibung, das Paschen und der Einmarsch der Amerikaner dominante Themen waren. Dr. Kind-Kovacs startete zu ihren Erläuterungen die neue Homepage auf der umfassend über das Projekt informiert wird und Zeitzeugen über das Leben an bzw. mit der Grenze berichten. Hinsichtlich dem Leben an der Grenze wird auch auf das von der Arbeitsgruppe "Pascher" inszenierte Freilichtspiel hingewiesen sowie das letzte noch stehende Haus in Bügellohe erwähnt. Markus Meinke beschäftigt sich in seiner Doktorarbeit mit dem Thema "Bayern-Böhmen". Auch er führte Interviews und stellte dabei häufig fest, dass die Grenze immer noch bei den Menschen präsent ist. Die meisten hatten diese Trennungslinie ja als Kinder erlebt; Erlebnisse in der Kindheit setzen sich im Gedächtnis nachhaltig fest. Markus Meinke hatte drei Personen zu dieser Abschlusspräsentation eingeladen, die ihre Erinnerungen weitergaben.
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Kontakte mit Soldaten
Neben Frau Malhaus und Herrn Vorberger, die jetzt in Tschechien bzw. in Bayern leben, war auch ein ehemaliger Angehöriger der Bayerischen Grenzpolizei, Günther Borutta, dabei. Dieser begann seine Tätigkeit im April 1968 bei der Grenzpolizeistation in Stadlern und ab 1969 bis Ende 2007 bei der Station in Schönsee. Bis zur Wende 1989 war er für die "grüne Grenze" zwischen Charlottenthal und bis zur Silberhütte im Bereich Flossenbürg zuständig.
Mit tschechischen Soldaten habe es keine Probleme gegeben. Es wurden sogar Kontakte, vor allem mit Offizieren, geknüpft. Nach der Wende traf man sich wieder (Internet: www.die-erzaehlte-grenze-de).
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