Von Leonore Böhm |
21.02.2012
| Netzcode: 3148681 | 145 Mal gelesen.
Grafenwöhr
Der Frühling naht
Vielsagender Blumenschmuck zum Faschingssonntag
Faschingsfröhlich empfing der Blumenschmuck am Altar der Friedenskirche am Faschingssonntag die Gottesdienstbesucher. Er symbolisierte bereits den Aufbruch in den Frühling.
Drachenweidenruten bildeten einen floralen Fächer, wobei die "Kätzchen" sich gerade zum Schlüpfen anschickten. Der in Europa übliche Faltfächer kam im 17. Jahrhundert von Japan hierher. 1673 arbeiteten in Paris schon 60 Fächerhersteller.
Der spanische Maler Francisco de Goya (1746 bis 1828) malte drei Frauen, von denen jede einen zusammengefalteten Fächer in Händen hält: "Die Dame mit dem Fächer", das "Bildnis der Mariana Waldstein, Marquise de Santa Cruz" und "Die Comptesse del Caprio, Marquesa de la Solana", alle abgebildet im Louvrekatalog, Köln 1988, S. 578, 580, 581).
Heute noch lebt der Fächer in Ballsälen fort und ist Gefährte des Flamencotanzes. Aber nicht nur im weltlichen Bereich hat der Fächer einen Platz, auch in der Liturgie:
Der Fächer (lateinisch flabellum) wurde ursprünglich von Diakonen bemüht, um während der Messfeier dem Zelebranten bei sommerlicher Temperatur Kühlung zu verschaffen.
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Von Leonore Böhm |
21.02.2012
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Grafenwöhr
Der Frühling naht
Vielsagender Blumenschmuck zum Faschingssonntag
In den Kirchen des Ostens ist der Fächer 400 nach Christus nachweisbar und noch heute bei der Pontifikalmesse in Gebrauch.
Eine nahezu lyrische Bedeutung haben diese Fächer in der Ostkirche heut noch: Sie sind Symbol der Kerubim, die den Altar umschweben.
Einen Bereich für sich bildeten in der frühen Neuzeit Kirchenfächer, die im Protestantismus vor allem Szenen aus dem Alten Testament zeigten.
Ab dem 17. Jahrhundert begleiteten zwei Fächer den tragbaren päpstlichen Thron. Aufgehoben wurde dieser Brauch von Papst Paul VI. (1963 bis 1978).
Im Bereich der Gebetbucheinlage gab es auch Fächerbildchen. Diese maschinell gestanzten Bildchen waren im Empire und Biedermeier verbreitet und beliebt. Besonders die Firma Pachmayer aus Prag verlegte diese zahlreich.
Der Grafenwöhrer florale Fächer, als ein für ein Gotteshaus gültiges Symbol zum Fasnachtssonntag, gefertigt aus Ruten der Drachenweide, verdankt sein Dasein einem klugen Einfall. Der Herbst stand im Kalender. Der Gartenexperte betrachtete beim Auslichten der verschiedenen Sträucher und Bäume einen Drachenweidenstrauch und bemerkte: "Wenn wir jetzt schneiden, haben Sie im Frühling, wenn Sie Zweige für die Kirche brauchen, keine gebänderten". Die Bänderung beginnt nämlich erst im zweiten Wachstumsjahr.
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Grafenwöhr
Der Frühling naht
Vielsagender Blumenschmuck zum Faschingssonntag
Die Informierte hatte da an den Palmsonntag gedacht und noch nicht an den Faschingssonntag des kommenden Jahres.
Der Fächer in der Friedenskirche hat eine Botschaft: Er kommt in Begleitung von organgefarbenen Lampionkapseln, will ebenso wie die "Krapfensonne" auf die Jahreszeit verweisen. Das blaue Windrädchen verheißt eine frische Brise, wenn es heiß hergeht und lässt an das Mörike-Gedicht "Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte" denken.
Das Gesteck zum Faschingssonntag 2012 möchte vermelden: Sei getrost, dem Winter folgt der Frühling. Die festgefrorene Erde löst sich aus der Winterstarre. Die Blumen blühen wieder. Es kommen wieder Sonnenschein und Lerchentrillern, Glöckchen läuten und Barfußlaufen, Erdäpfelkraut und Bienensummen, Regenbogen und Kinderwägen. Bild: Reinhold Böhm
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