Von (dpa) |
21.02.2012
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London/Hamburg
Verachtung für Gewalttäter Chisora
Boxverbände fordern weltweite Sanktionen - Geldbuße auf 70 000 Dollar erhöht
London/Hamburg. (dpa) In Deutschland soll Gewalttäter Dereck Chisora nie mehr in einen Boxring steigen, weltweit droht ihm eine Sperre zumindest für ein Jahr. "Ich möchte diesen Mann nie mehr im Leben in einem deutschen Boxring sehen", sagte Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), am Montag.
Dereck Chisora (rechts) knöpft sich bei einer Schlägerei während der Pressekonferenz Adam Booth, den Manager seines Landsmann David Haye, vor. Am Tag nach dem Skandal von München formieren sich die Boxverbände weltweit für eine Bestrafung Chisoras. Bild: dpa
Das BDB-Präsidium will sich in den nächsten Tagen mit möglichen Sanktionen für Chisora wegen der Prügelei mit Landsmann David Haye nach seiner Niederlage gegen Vitali Klitschko beschäftigen. Pütz ist sich allerdings nicht sicher, ob juristische Bedenken das beabsichtigte Strafmaß des deutschen Verbandes torpedieren könnten. Eine lebenslange Sperre kann als Berufsverbot angefochten werden.
Chisora zeigte sich am Montag als reuiger Sünder. "Ich möchte mich von ganzem Herzen entschuldigen", ließ er sich in einem Statement zitieren. Sein Verhalten sei "unentschuldbar", aber Vorfälle hinter den Kulissen hätten seinen Frust überschäumen lassen. "Ich habe meine Familie, mein Team und vor allem den Sport, den ich liebe, enttäuscht", bekannte Chisora.
Gegen Haye wird wegen Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt, wie ein Polizeisprecher am Montag bestätigte. Die Staatsanwaltschaft müsse nun über das weitere Vorgehen gegen Haye entscheiden. Weil er einen früheren Heimflug nahm, hatte er sich einer Festnahme in München entziehen können.
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Verachtung für Gewalttäter Chisora
Boxverbände fordern weltweite Sanktionen - Geldbuße auf 70 000 Dollar erhöht
Die zunächst auf 50 000 Dollar festgesetzte Strafe für Chisora ist laut BDB mittlerweile auf 70 000 Dollar erhöht worden. Dieser Teil von Chisoras 500 000-Dollar-Börse wurde mittlerweile einbehalten. Das Geld soll zu gleichen Teilen an gemeinnützige Einrichtungen und Stiftungen in Deutschland und des Weltboxverbandes WBC fließen.
Auch international werden Sanktionen gegen Schläger Chisora vorbereitet. Der 28 Jahre alte Londoner hatte sich Samstagnacht nach seiner Schlappe gegen WBC-Weltmeister Vitali Klitschko in München eine Schlägerei mit seinem Landsmann und früheren WBA-Weltmeister Haye geliefert. Deren Trainer waren ebenfalls beteiligt. Das Ganze geschah während der abschließenden Pressekonferenz in der Olympiahalle. Es gab Verletzte unter den Prügelnden.
Chisora drohte, Haye erschießen zu wollen. Die Polizei hatte den gebürtigen Simbabwer am Münchner Flughafen festgenommen und drei Stunden verhört. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts der leichten Körperverletzung.
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Verachtung für Gewalttäter Chisora
Boxverbände fordern weltweite Sanktionen - Geldbuße auf 70 000 Dollar erhöht
Der britische Verband British Boxing Board of Control lud Chisora für den 14. März zu einer Sondersitzung vor und will dann über Sanktionen beraten. Hier ist eine einjährige Suspendierung im Gespräch. WBC-Präsident Jose Sulaiman kündigte an, Chisora mindestens für ein Jahr nicht mehr für Kämpfe zuzulassen, die vom WBC angesetzt werden.
Klitschkos bewundernswert
Pütz würdigte ausdrücklich das Verhalten der Klitschkos. "Die sind nicht nur Champions im, sondern auch außerhalb des Rings." Sowohl Vitali, der eine schallende Ohrfeige von Chisora erhielt, als auch Bruder Wladimir, dem der Engländer unmittelbar vor dem Kampf ins Gesicht spuckte, hielten sich trotz verständlicher Wut zurück und attackierten den Provokateur nicht. "Diese eiserne Selbstdisziplin ist bewundernswert", sagte der BDB-Präsident.
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