Karlsruhe
Anklage für Herbst geplant
Neonazi-Morde: Vorwürfe gegen Ermittlungsbehörden
Die Bundesanwaltschaft will im Herbst die Anklage wegen der rechtsextremistischen Mordserie der Zwickauer Neonazi-Zelle vorlegen. Generalbundesanwalt Harald Range ist zuversichtlich, dass bis dahin genügend Beweise vorliegen. Die Aufklärung schreite zügig voran, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Der Nachweis, dass die inhaftierte Beate Zschäpe zur Terrorzelle gehöre, werde voraussichtlich gelingen. Anhaltspunkte dafür, dass sie unmittelbar an den Verbrechen beteiligt gewesen sei, gebe es aber nicht.Die Tochter eines Opfers der Mordserie, Semiya Simsek, erhob Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden. Dem "Tagesspiegel am Sonntag" sagte die 25-Jährige: "Jahrelang hat die Polizei versucht, etwas aus uns herauszubekommen, was nicht da war. ... Man hat uns auch nicht geglaubt, weil wir Türken sind."
Bei einer Gedenkveranstaltung der Bundesregierung für die Opfer der Terrorzelle an diesem Donnerstag in Berlin wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprechen.
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