Von (dpa) |
20.02.2012
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München
Chisora flippt vollkommen aus
Nach Niederlage gegen Vitali Klitschko prügelt der Brite weiter - Festnahme durch Polizei
München. (dpa) Am Tag nach dem verlorenen Box-Kampf und der unrühmlichen Prügelei im Pressesaal musste Dereck Chisora zum Verhör. Der Klitschko-Provokateur wurde am Sonntag vor seiner Abreise zurück nach Großbritannien in München festgenommen und von der Polizei zu seinem nächtlichen Skandal-Auftritt befragt.
Gegen den Boxer und seinen Trainer wird mittlerweile wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Denn in der Nacht nach seiner Niederlage gegen Weltmeister Vitali Klitschko waren Chisora und sein Landsmann David Haye bei der Pressekonferenz plötzlich wie Kampfhunde übereinander hergefallen und hatten sich quer durch den voll besetzten Raum in der Münchner Olympiahalle geprügelt. Das war der endgültige Beweis, warum Chisora aus dem Box-Business gezogen gehört.
Unabhängig vom Ergebnis der Polizeiermittlungen drohen dem Briten weitere Konsequenzen der Box-Szene. "Ich werde eine Präsidiumssitzung einberufen mit dem Ziel, Chisora und Haye nie wieder in Deutschland boxen zu lassen", sagte Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer am Sonntag. "Chisora hat im Ring nichts zu suchen, der ist nicht normal." Haye und Chisora pflegen eine abgrundtiefe Abneigung. Ex-Weltmeister Haye war als Co-Kommentator für einen britischen Sender in München.
Schande für Boxsport
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Chisora flippt vollkommen aus
Nach Niederlage gegen Vitali Klitschko prügelt der Brite weiter - Festnahme durch Polizei
Als sich die beiden miteinander verkeilt hatten und Flaschen flogen, räumte Champion Klitschko entsetzt das Podium. Bruder Wladimir, der Haye im vergangenen Sommer nach Punkten besiegt und ihm den WBA-Titel abgenommen hatte, stand kopfschüttelnd da. "Blutige Gesichter bei einer Pressekonferenz? Das ist eine Schande für das Boxen", schimpfte Wladimir Klitschko über die unrühmlichen Briten.
Die Bilanz nach der unübersichtlichen Keilerei: Chisora war an der Lippe verletzt, weil ihn Haye mit einer Flasche attackiert hatte; Hayes Trainer Adam Booth trug eine blutende Platzwunde auf dem Kopf davon. Chisora krönte den Gossenauftritt mit der Drohung: "David, ich erschieße dich. Ich meine das ernst. Ich erschieße dich."
Die Ausraster haben Methode. Chisora hatte einen Tag zuvor Klitschko beim Wiegen mit einer wuchtigen Schelle geohrfeigt. Tags darauf, unmittelbar vor Kampfbeginn, nahm er einen Schluck aus seiner Wasserflasche und spuckte diesen Vitalis Bruder Wladimir ins Gesicht. "Vor deinen sportlichen Leistungen habe ich Respekt, vor dir als Mensch nicht", herrschte Klitschko den Rivalen an.
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Chisora flippt vollkommen aus
Nach Niederlage gegen Vitali Klitschko prügelt der Brite weiter - Festnahme durch Polizei
Fast untergangen war in der Skandalnacht der Sport. Vitali hatte gewonnen, aber nicht wie immer. Denn sein 44. siegreicher Kampf gehörte nicht zu den Sternstunden. Erst später wurde klar, warum. Der 40-jährige Ukrainer hatte sich in der vierten Runde eine Schulterverletzung zugezogen. "Acht Runden habe ich den Kampf ohne linke Hand bestritten. Ich kann den linken Arm nicht mehr bewegen", erklärte der Hüne, der in der Tat die linke Pranke permanent bewegungslos hängen ließ.
Wie ein Terrier
Chisora war zudem der mutigste Rivale, den Klitschko in den vergangenen Jahren vor den Fäusten hatte. Wie ein Terrier griff der 28 Jahre alte Engländer unaufhörlich an. Dennoch fiel das Punkturteil (118:110, 118:110, 119:111) klar aus, wenngleich zu hoch.
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