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Brüssel/Berlin/Athen
Auf Messers Schneide
Griechenland-Rettung noch keineswegs in trockenen Tüchern
Brüssel/Berlin/Athen. (dpa) Die Rettung des hochverschuldeten Euro-Sorgenkinds Griechenland steht erneut auf Messers Schneide. Trotz demonstrativer Zuversicht nach außen wachsen hinter den Kulissen die Zweifel, dass am Wochenende endlich die letzten Details geklärt werden können.
Das zweite Hilfspaket über 130 Milliarden Euro, für das die Euro-Finanzminister am Montag grünes Licht geben wollen, reicht nach Einschätzung von EU-Diplomaten nicht aus. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat unterdessen ihre Beteiligung an dem geplanten Schuldenschnitt für Athen durch eine vorsorgliche Tauschaktion vorerst verhindert. Es würden zusätzliche Maßnahmen diskutiert, um Griechenland langfristig wieder zu einem tragbaren Schuldenniveau zu verhelfen, verlautete am Freitag aus EU-Kreisen in Brüssel. "Es gibt eine Lücke", sagte ein EU-Diplomat.Die "Schuldentragfähigkeitsanalyse" der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) soll Berichten von "Spiegel" und "Stuttgarter Zeitung" (Freitag) zufolge ergeben haben, dass Athen 2020 trotz aller Anstrengungen nicht wie vorgesehen auf einen Schuldenstand von 120 Prozent der Wirtschaftsleistung kommt, sondern lediglich auf 129 Prozent.
Die Bundesregierung versuchte am Freitag nach wochenlangen Verhandlungen Zuversicht zu verbreiten. Zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) gibt es jedoch Differenzen über den weiteren Weg bei der Griechenland-Rettung. Während Schäuble eher dazu tendiert, dass sich Athen formell für zahlungsunfähig erklärt, erscheint Merkel dieser Schritt zu riskant.
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